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Erfahrungsbericht – Auslandssemester „Örebro Universitet“ in Schweden

Gruppe (Foto von Michaela Handler)
Gruppe (Foto von Michaela Handler)

Die Vorbereitung: Seit der Schulzeit sprach ich eigentlich immer schon von Erasmus. Wirklich gemacht habe ich es dann wohl, weil ich nur das Beste von denen, die im vierten Semester im Ausland waren, gehört habe.  Lange habe ich überlegt, wohin. Ich selbst liebe den Sommer und träume meistens von südlichen Ländern. Aber irgendetwas in mir schrie nach dem Norden. Immerhin wird man noch oft genug auf Urlaub in den Süden fahren. Skandinavien zu erkunden dagegen, das ist etwas, wozu man nicht immer die Chance hat. Daher stand die Entscheidung dann ganz plötzlich fest: Es geht nach Örebro.Das Bewerbungsverfahren an der Örebro Universitet ist absolut übersichtlich, generell kann man sagen, dass die Homepage selbsterklärend und absolut verständlich ist. Alles wichtige gibt es auf Englisch und hat man doch einmal fragen, steht einem der „International Office“, ein Team extra für Erasmus-Studenten, hilfsbereit zur Verfügung. Wichtig ist, die Fristen zu beachten und die Kurse passend zum Semester auszuwählen.

  1. Anreise und Ankunft

Meine Kollegin und ich sind von Wien aus nach Stockholm geflogen. Direkt vom Flughafen aus gibt es Busse nach Örebro (Swebus oder Nettbuss). Die Ankunft in Örebro ist von der Universität sehr gut organisiert. Es gibt zwei offizielle Ankommenstage und man wird nach der Schlüsselübergabe von Studenten direkt zu seiner Wohnung geführt.

Um die erste Eingewöhnungsphase zu erleichtern gibt es die sogenannten Fadder-Gruppen. Hier werden Austauschstudenten mit in Örebro Studierenden zusammengebracht, um zu unterstützen. Die Fadder stehen einem wirklich immer gerne zur Seite und während des „Orientation-Programms“ spielt man gemeinsam mit der Gruppe Spiele, lernt sich kennen, feiert und unternimmt unterschiedlichste Activities. Das ist von der Universität aus wirklich großartig organisiert und vor allem im Wintersemester herausragend, da sich das Programm über eine Monat hindurchzieht. Es war wirklich toll und ich denke immer gerne daran zurück.

  1. Unterkunft

Es gibt je zwei Wohnheime, „Tybblegatan“ und „Studentgatan“, die eigentlich direkt bei der Uni liegen. Als Austauschstudent bekommt man einen Platz in einem der beiden zugesichert, man erspart sich also die selbstständige Wohnungssuche. Die Miete liegt bei ca. 350 Euro monatlich und ist schon zu Semesterbeginn zu zahlen.

Beide Heime haben dasselbe Prinzip: Man hat ein großes, möbliertes Zimmer und ein eigenes Bad. Mit den bis zu sieben Mitbewohnern teilt man sich nur Küche und Wohnzimmer. Ich selbst wohne in Graz in einer WG und hatte noch nie ein eigenes Bad, was natürlich eine tolle Erfahrung ist. Auch sonst sind beide Heime wirklich gut, der Zustand der einzelnen Korridore variiert natürlich ein wenig, aber im Großen und Ganzen hat man es hier wirklich schön. Ich selbst lebte in Tybble, das ca. 5min von der Universität entfernt ist. Studentgatan liegt sogar noch näher an der Uni.

  1. Das Leben und die Freizeitmöglichkeiten in Örebro

Örebro selbst hat viel zu bieten: Kaffees, Einkaufsstraßen, ein paar Sehenswürdigkeiten (das Schloss, den Wasserturm „Svampen“ und meinen absoluten Favoriten „Wadköping“, ein Freilichtmuseum mit typisch schwedischen Häusern), einige Pubs und Clubs und die Natur (Seen, Wanderwege, Wälder) gleich in der Nähe. Was mir aber am Studieren hier am besten gefällt, ist das Campus-Leben. Auch wenn die Stadt natürlich schön ist, ich habe mich nicht wirklich oft dort aufgehalten. Man lebt einfach am Campus, mit allen anderen Studierenden zusammen. Es gibt Einkaufsmöglichkeiten, Mensas, Imbisse, ein Fitnesstudio und das Kåren. Das Kåren ist das Lokal für Örebros Studenten. Tagsüber ist es ein Kaffee mit den günstigsten und besten Kuchen und Heißgetränken der Welt. Donnerstags kann man es als Pub bezeichnen und Freitags verwandelt es sich in einen Nachtklub in dem viele einheimische Studenten und vor allem jeder vom ESN (=alle Exchange Students) anzutreffen sind.

Wenn man sich auch für andere Städte in Skandinavien interessiert, ist Örebro sehr gut gelegen. Mit dem Zug kommt man schnell (2h) und billig (ab 15€) nach Stockholm und von dort kommt man wirklich überall hin. Auch vom Exchange Student Network werden empfehlenswerte Reisen (Norwegen, Russland, Lappland) organisiert.

  1. Fazit

Ein Semester in Örebro zu verbringen ist wunderbar! Ich bin ohne Erwartungen angereist und bin einfach nur überglücklich über alles, was ich erleben durfte. Ich konnte eigentlich recht preisgünstig reisen (auch wenn man von Skandinavien anderes behauptet), habe Freunde gefunden, die ich nie mehr missen möchte und habe so viel Neues gelernt, dass ich ein ganzes Buch schreiben könnte. Natürlich ist Schweden etwas teurer, also länger als ein Semester wäre sich für mich nicht ausgegangen, aber es hat sich voll ausgezahlt. Das Leben am Campus bin ich von der PHST nicht gewohnt und die unzähligen Möglichkeiten, die einem damit quasi vor der Haustüre liegen, waren etwas völlig neues für mich. Ich würde jedem ein Semester hier empfehlen und wäre am liebsten dort geblieben.

Michaela Handler

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