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Im Land von Harry Potter, Shakespeare und Co

Bis jetzt noch sehr selten: ein Regentag in England ( Photo by Nadine Bührlen)
Bis jetzt noch sehr selten: ein Regentag in England ( Photo by Nadine Bührlen)

Jetzt geht es wieder los: Nach einem 3-wöchigen Heimaturlaub über Weihnachten und Silvester bin ich wieder in das Land gereist, in dem ich bereits drei Monate von Mitte September bis Dezember verbracht habe. Ich bin bereit für die nächsten fünf Monate in Birmingham, der zweitgrößten Stadt Englands nach London.

Doch was mach ich dort eigentlich?

Ich bin dort als Deutsch-Sprachassistentin an einer englischen Sekundarschule und unterrichte 14- bis 18-Jährige. Meistens bin ich im normalen Deutschunterricht dabei und helfe den Schüler/innen bei der Bewältigung verschiedener Aufgaben oder trainiere ihre deutsche Aussprache, manchmal erzähle ich auch etwas über Österreich und wir stellen Vergleiche zu England her. Ganz lustig klingen „ch“ und „r“, wenn die Engländer/innen Deutsch sprechen. Zusätzlich habe ich auch zwei Maturant/innen, die jeweils eine Einzelstunde pro Woche mit mir haben. Da geht es dann drum, eine Stunde lang zu einem gewissen Thema eine Konversation zu führen, z.B. über Gleichberechtigung oder Werbung.

Und was ist mit den restlichen 155 Stunden pro Woche?

Naja, so eine Großstadt hat einiges zu bieten… Dank Facebook habe ich mich von Anfang an mit anderen Sprachassistent/innen rund um Birmingham vernetzt und mich mit ihnen zum „Wastrinkengehen“ getroffen und gemeinsam Ausflüge unternommen. Ich bin auch schon ziemlich in England herumgekommen. Birmingham liegt in den West Midlands und ist daher super gelegen, um sich auf die Spuren von Harry Potter, Shakespeare oder Anne Hathaway zu begeben, weil es gute Zugverbindungen gibt. Nur die Züge selbst leiden oft unter Pannen, Verspätungen oder sogar Ausfällen. Außerdem habe ich sehr liebe Mitbewohner/innen, mit denen ich mich in unserem kleinen aber feinen Haus nie allein fühle. Wir sitzen oft gemütlich vorm Fernseher, grillen im Garten oder quatschen einfach nur. Damit ich trotz häufigem Auswärtsessen, zahlreichen Street-Food-Markets und der so manchen Partynacht nicht zu einer runden Kugel werde, bin ich auch viel zu Fuß unterwegs, spaziere oder laufe zu einem netten Park in der Nähe meines Hauses und gehe ins Fitnesscenter zum Trainieren oder Schwimmen. Die erste Zeit ist wie im Flug vergangen und für Heimweh war sowieso keine Zeit. Bereits in den ersten Wochen hatte ich schon den gleichen positiven Freizeitstress wie daheim in Österreich.

Birmingham ist in meinen Augen keine typisch englische Stadt. Sie ist zum einen wegen der Vielzahl an Jobs und zum anderen wegen billigerer Preise im Verhältnis zu London sehr attraktiv für Ausländer/innen. Davon kann ich natürlich profitieren. Durch meine Kolleg/innen verbessere ich mein Italienisch, lerne Französisch und Spanisch und erfahre einiges über unterschiedliche Bräuche und Traditionen. Zwei meiner Mitbewohner/innen sind aus Rumänien und wenn sie miteinander sprechen, kann ich sogar schon ein bisschen was verstehen bzw. antworten, wenn sie mich z.B. fragen „Ce faci?“ (Wie geht’s?) oder „Ai înțeles?“ (Hast du mich verstanden?). Von den vielen Polen in meiner Gegend kaufe ich mein Fleisch und Gemüse, manchmal gehe ich chinesisch Essen und beim Fortgehen trinke ich mit den Spanierinnen Calimocho (Cola rot). Natürlich dürfen ein English Breakfast hin und wieder oder ein typisch heimisches Pub auch nicht fehlen. Auf alle Fälle werden durch die Internationalität Vorurteile abgebaut, Gesprächsstoff geboten und ganz obendrein wird man weltoffener und toleranter.

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