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Die Reise in das Schöne und Ungewisse

Park Güell (Photo by Sandra Poppmeier)

Unterkunft:

Nach sehr langem Suchen über viele spanische Wohngemeinschaftsportale setzte ich mich mit den Erasmus-Studenten des letzten Sommersemesters in Verbindung.

Kevin, welcher sein Sommersemester 2018 in Barcelona verbrachte, gab mir den Kontakt seiner alten Mitbewohner, welche mir nach einem FaceTime – Gespräch zusagten. Die Miete mit € 530 pro Monat war sehr teuer, jedoch hatte ich den Vorteil zu wissen, dass der Vermieter anständig und ehrlich ist. Mein Zimmer war perfekt, ich hatte ein Doppelbett und einen Balkon, weiters konnte ich auch das Wohnzimmer benutzen und wir hatten zu dritt zwei Badezimmer. Meine Wohngemeinschaft befand sich in Muntaner, welche eine sehr sichere und gute Gegend ist. Zur Universität fuhr ich 40 Minuten mit der Metro, wobei ich einmal umsteigen musste. Anfangs dachte ich knapp eine Stunde mit der Metro zu fahren ist sehr lange, jedoch gewöhnt man sich daran. Würde ich nochmals nach Barcelona kommen, würde ich mir eine Wohnung in der Nähe von „Placa Espanya“, „El Gotic“ oder von „El Born“ aussuchen.

Klima:

Als ich im Februar ankam, hatten wir schon angenehme 18 Grad am Tag, jedoch änderte sich das Wetter schlagartig und im März, sowie auch im April benötigte man fast wieder die Winterjacke. Es war unglaublich windig und kalt, wodurch auch die Temperaturen in der Wohnung sanken. Ich würde empfehlen für die ersten Monate Winterklamotten mitzunehmen, denn erst Mitte Mai konnte ich auf die Jacke verzichten. Abende am Strand waren bis Ende Juni nicht ohne Jacke möglich.

Netzwerken:

An meiner Universität gab es eine Einführungswoche, welche jedoch nicht sehr gut organisiert war. Man konnte kaum die anderen Studenten kennenlernen, da man ständig mit Informationen über Katalonien und Spanien „bombardiert“ wurde. Der besten Weg „seine Gruppe“ zu finden sind die Ausflüge von ESN oder Erasmus Barcelona. Dafür gibt es eine eigene App, welche über die verschiedenen Trips informiert. Preislich befinden sich diese Ausflüge zwischen 20 und 40 Euro und sind den Preis auf jeden Fall wert. Auf diesen Trips lernt man viele verschiedene Studenten/innen kennen. Aber auch die typische Erasmusbar à „Belushis“, welche sich in der Nähe des Placa Catalunya, ist sehr zu empfehlen. Ein weiterer Vorteil dieser Apps ist, dass man jeden Tag verschiedene Partys gratis besuchen kann, bzw. freien Eintritt für bestimmte Clubs bekommt. Wie das alles funktioniert wird in der App erklärt.

Veranstaltungen:

– Surffestival

– Elrow

– Brunch in the City (früh Online buchen)

– Karneval in Sitges

– St. Joan

Orientierung:

In meinen ersten Tagen bin ich viele Kilometer zu Fuß gegangen, um meine Umgebung zu erkunden (gute Schuhe!). Empfehlenswert ist es jedoch, ein Dreimonats-Ticket (T-Jove, Zone1) um €120 zu kaufen, womit man ohne Probleme alles Wichtige erreicht. Ich habe mich immer gut mit Google-Maps zurecht gefunden und kann es auch jedem weiterempfehlen. Zu den öffentlichen Verkehrsmitteln: Die Metro fährt Freitag bis zwei Uhr nachts, Samstag durchgehend und ansonsten sind Nacht-Buse immer verfügbar. Man muss einfach die Adresse in Google-Maps eingeben und dann bekommt man die Strecke mit den verfügbaren öffentlichen Verkehrsmitteln. Andernfalls sind die Taxis auch erschwinglich und um einiges billiger als in Österreich.

Kulinarik:

Bezüglich des Essens, habe ich mich vorwiegend vegetarisch ernährt, da die Fleischqualität nicht mit der in Österreich zu vergleichen ist bzw. es wird sehr teuer, wenn man gute Qualität möchte. Im Allgemeinen ist Barcelona sehr touristisch ausgerichtet, man bekommt für viel Geld häufig nur sehr kleine Essens-Portionen, welche meist auch sehr üppig sind. Ein Geheimtipp wäre tagsüber essen zu gehen, da man in guten Restaurants das Mittagsmenü sehr billig bekommt. (Empfehlungen: Brunch and Cake, Alsur, Surf House + konsumiert man über 15€ erhält man 40 Minuten gratis Standup-puddeln).

Universität Barcelona:

Die Einführungswoche an der „Universitat de Barcelona“ ist sehr wichtig, da die Informationen im Internet sehr schwierig bzw. kaum zu finden sind. Weiters bekommt man einen ersten Überblick über das Universitätsgelände, welches sehr groß und verwirrend ist. Die Lehrveranstaltungen, die ich gewählt habe, waren alle sehr interessant und ich konnte in jeder LV etwas mitnehmen.

Beschreibung der Lehrveranstaltungen:

English for teaching

361094 (6 ECT´s)

Diese Lehrveranstaltung war für mich sehr hilfreich, da ich mein Englisch verbessern konnte. Das Niveau der Studenten in Englisch ist niedriger als das in Österreich, daher hatte ich mehr Sicherheit beim Sprechen, schriftliche Beispiele waren andererseits oft sehr schwierig. Meine Professorin war häufig unzuverlässig und chaotisch, was sich sehr schnell auf die Studenten übertrug. Aus dieser Lehrveranstaltung habe ich gelernt, dass die Organisation einer Lehrperson das A und O ist.

Themen:

Aufsätze, Leseverständnis-Übungen, Präsentationen, Hörverständnis-Übungen.

Storytelling

363230 (3 ECT´s)

Diese Lehrveranstaltung war sehr aufschlussreich, hierbei ging es darum, wie man eine Geschichtsstunde hält. Diese Einheit fokussierte sich mehr auf das Alter von 6 bis 10 Jahren, jedoch konnte ich einiges mitnehmen. Beispielsweise wie man sich vor einer Klasse besser präsentiert, das Schamgefühl besser überwindet, selbstbewusster auftritt, Stimmlage sowie auch Mimik und Gestik passend einsetzt. Die Professorin in „Storytelling“ war motivierend und engergiert, ich konnte sehr viel von ihr lernen und nebenbei haben diese Einheiten auch zur Verbesserung meiner Englischkenntnisse beigetragen.

Themen:

Kinderbuch vorlesen, eine Geschichtestunde mit gezielten Aufgaben vorbereiten (Lehrplan, Alter, Kompetenzen).

Motorspiele (Turnunterricht 1)

363212 (3 ECT´s)

Initiierung des Kollektiven Sports (Turnunterricht 2)

363210 (3 ECT´s)

Ich besuchte zwei verschiedene Einheiten in Bewegung und Sport, welche sich sehr ähnelten. Diese Einheiten wurden auf Katalan gehalten, was mir anfangs viele Sorgen bereitete, da ich im wahrsten Sinne des Wortes nur „spanisch“ verstand. Da der Professor sowie auch der Großteil der Studenten/innen kaum English sprechen konnten, fühlte ich mich gemeinsam mit meinen drei Erasmus-Kollegen vorerst etwas eingeschüchtert und isoliert. Im Laufe der Zeit wurden wir jedoch immer mehr in die Gruppe eingebunden und konnten uns auch mit den spanischen Studienkollegen verständigen. Natürlich verstand der eine oder andere Englisch, sprechen fiel Ihnen jedoch etwas schwer. Das bedeutete für uns Erasmus-Studenten, noch mehr auf die Studienkollegen zuzugehen und das Gespräch zu suchen. Am Ende war es eine wunderbare Erfahrung und ich fühlte mich als Teil der Klasse. Für meinen zukünftigen Beruf als Lehrerin wird es mir ebenfalls zugutekommen, da ich mich in die Lage von Schüler/innen mit anderer Muttersprache und Kultur hineinversetzen kann.

(1) Die Einheiten wurden dazu genutzt, dass man im Team eine Bewegungseinheit vorbereiten musste, welche an ein Brettspiel angelehnt war. Wir entschieden uns für Memorie, dabei mussten die Schüler/innen im Raum verteilt verschiedene Tiere imitieren (Frosch, Hase…) à 2 Schüler/innen hatten die Aufgabe die Paare in kürzester Zeit zu fangen.

(2) In der zweiten LV wurden wir ebenfalls in Teams eingeteilt und mussten eine „Faustball-Einheit“ vorbereiten. (Aufwärmspiel, Hauptspiel, cool-down Phase).

Author: Sandra Poppmeier

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