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Erasmus+: 2 Jahre später

Willkommen in der Welt einer Erasmus-Studentin (Foto von Sara Bodrogi)
Willkommen in der Welt einer Erasmus-Studentin (Foto von Sara Bodrogi)

Es ist Montag. Ich sitze mit einer Erasmus-Freundin von mir in Heilbronn in einer Cafe. Wir haben einander seit 4 Monaten nicht mehr gesehen, wir lachen, sind beide voll mit Energie, freuen uns auf die Möglichkeit, dass wir ein bisschen tratschen können. Auf einmal haben wir auf das Handy geschaut, wo das Datum stand und dann haben wir realisiert, dass wir genau vor zwei Jahren auf Erasmus gefahren sind. Ehrlich gesagt, wir waren sehr schockiert, die Zeit geht extrem schnell vorbei. Dann habe ich sie gefragt:”Hättest du gedacht, dass du zwei Jahre nach dem Erasmus in Deutschland wohnst und ich in Österreich lebe? Unglaublich, oder?” So hat unsere Nostalgie angefangen.

Am 15. Februar 2014 bin ich nach Österreich gefahren, um meinen Auslandsaufenthalt zu beginnen. Was habe ich am Anfang gefühlt? Ich war sehr alleine, ich kannte niemandem, ich hatte Angst, ich konnte mir gar nicht vorstellen, was auf mich wartet. Danach hat sich alles verändert, ich habe die Stadt, die Uni und natürlich viele neue internationale Leute, sogar mich auch kennengelernt. Wir haben viele Ausflüge organisiert und hatten eine unvergessliche Zeit in Graz erlebt. Im Sommer haben wir von einander Abschied genommen und alle sind nach Hause gefahren.

Unser ganz normales Leben ist weitergegangen, aber dieses Leben war nicht mehr genauso, weil wir schon eine Erasmus-Familie hatten. Die Familienmitglieder waren überall in Europa in ganz verschiedenen Länder, aber wir wussten, dass wir uns so schnell wie es möglich ist wiedersehen wollen.

Nach der Erasmus-Depression –  ja klar, es ist immer schwierig dich daran zu gewöhnen, dass die beste Zeit deines Lebens geendet hat – du musst deine Sachen ab dort weitermachen, wo du alles zu Hause vor einem Semester gelassen hast. Du möchtest immer nur über deine Erfahrungen erzählen, aber die anderen sind darauf leider gar nicht neugierig. Ein Erasmus-Freund von mir hat gesagt: Wenn du auf Erasmus bist, dann findest du so viel Neues, wie noch nie zuvor, wenn du wieder zu Hause bist, musst du diese Erfahrungen nutzen und da, wo du lebst auch diese Neuigkeiten finden, dann wirst du auch wieder froh!

Ich habe es geschafft! Nach dem Erasmus-Aufenthalt hatte ich noch ein Jahr an der Universität und ich konnte diese Zeit genießen. Ich habe mit einer Erasmus-Freundin von mir eine WG gegründet und wir hatten wirklich sehr viel Spaß zusammen. Ich habe aber im Sommer 2015 mein Bachelor-Studium beendet, bevor ich noch mein Diplom bekommen habe, habe ich mich wieder für einen Erasmus-Aufenthalt beworben und jetzt mache ich mein Erasmus+ Graduierten Praktikum an der Pädagogische Hochschule Steiermark in Graz. Ich habe mein Ziel erreicht, weil ich mich ohne Graz und ohne internationalen Menschen mein Leben nicht mehr vorstellen konnte.

Was ist noch in diesen 2 Jahren passiert?

Ich war in Tschechien und Belgien bei meinen Erasmus-Familienmitglieder, sie haben mich natürlich auch in Ungarn besucht. Den Geburtstag von einer Belgierin haben wir einmal auch zusammen in Graz gefeiert. Als wir uns am Bahnhof endlich wieder sahen, gab es für uns eine große Umarmung und wir freuten uns so sehr über das Wiedersehen. Vielleicht treffen wir uns nur zweimal im Jahr, aber unser Kontakt bleibt genauso, ich habe das Gefühl, dass ich sie nur vor einer Woche das letzte Mal gesehen habe. Es hängt vielleicht davon ab, dass wir zusammen erwachsen geworden sind. Wir sammeln bei jedem Treffen  sehr viele Erfahrungen. Ich bin natürlich oft zurück nach Österreich gefahren und war unterwegs in Europa in den verschiedenen Ländern. Ich habe sogar auch begonnen um Spanisch zu lernen, ich bin der Meinung, es ist nicht genug, wenn jemand nur Deutsch und Englisch spricht. Es gibt so viel internationale Studierende aus Spanien in Österreich, ich möchte es auch verstehen, worüber sie sprechen.

Was ist mit meiner Erasmus-Familie? Eine von uns arbeitet in Deutschland, eine ist eine Marketingmanagerin bei einer deutschen Firma in Ungarn, einige sind Lehrerinnen geworden, sie unterrichten natürlich Fremdsprachen (Deutsch, Englisch und Niederländisch) für die Kinder, eine macht ihr Master-Studium in der USA, eine reist rundherum und eine andere wird ab Sommer auch in Amerika arbeiten.

Ich glaube, Erasmus ist eine riesengroße Möglichkeit für die Jugendlichen. Ich kann auch nur positive Beispiele erzählen. Einmal Erasmus, immer Erasmus. Du bist für dein Leben und deine Karriere verantwortlich, jetzt bist du jung, du musst leben! Erasmus wartet auf Dich! Worauf wartest du?

Flora Bodrogi

4 thoughts on “Erasmus+: 2 Jahre später

  1. Heeeeey Flora, ganz schön geschrieben! 🙂
    Ich vermisse Erasmus auch… Schon 2 Jahre… Die Zeit vergeht zu schnell.

    Noch viel Spass in (wunderschöne) Graz 🙂

    Viele Grüsse aus Belgien,
    Annelien xxxx

    1. Dankeschön Annelien!

      Ihr seid hier bei mir immer herzlich willkommen! 🙂

      Liebe Grüße aus Österreich,
      Flora

  2. Ich bin stolz auf Sie und auch auf mich selbst, weil ich ein bisschen dazu beigetragen habe, dass Sie Ihre ERASMUS-Karriere gemacht haben! Genießen Sie die Ernte Ihres Abenteuers! Und haben Sie immer Spaß an Ihrem Leben!

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