Loading…

„Et kütt wie et kütt“ – Erasmus in Köln (SS2019)

Die Stadt

Nach diesem Motto oder besser gesagt nach dem „kölschen Jrundjesetz“, wo auch dieses Zitat zu finden ist, leben die Kölner tatsächlich. Davon konnte ich mich in den 4 Monaten, die ich dort verbracht habe, überzeugen.

Nicht nur die Sprache der Kölner wird als „Kölsch“ bezeichnet, sondern auch ihr geliebtes heimisches Bier. Eine Stadt voller Lebenslust und Freude, fröhlicher Menschen und vieler StudentInnen. Die Kölner lieben ihre Stadt und ihr Wahrzeichen, den Dom. Man munkelt, dass die Stadt, die den 1.FC Köln beheimatet, die freundlichste in ganz Deutschland ist. Würde man die BewohnerInnen der Stadt fragen, würden diese sicher zustimmen.

Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten dort den Tag zu gestalten. Von Angeboten auf bzw. von der Universität bis hin zu Veranstaltungen der Stadt Köln, heimischer Bars, multikultureller Restaurants, Theater, Konzerte und anderer kultureller Angebote, ist alles zu finden. Auch für sportbegeisterte gibt es allein von der Universität ein umfangreiches Angebot. Ihre zahlreichen Grünflächen, sowie das Rheinufer laden ebenfalls dazu ein, die Stadt in vollen Zügen zu genießen.

Spezielle Veranstaltungen vom ESN (Erasmus Student Network) laden zum Austausch von Sprache und Kultur, Tanzabenden oder gemeinsamen Abendessen ein. Auch Ausflüge werden häufig organisiert. Auf jeden Fall kann man sich auf eine großartige Zeit und viele tolle Erlebnisse freuen, wenn man als StudentIn nach Köln kommt.

Der einzige Nachteil der Stadt ist der Kampf um den Wohnraum. Denn nicht nur StudentInnen kommen nach Köln, die Stadt zieht so viele Menschen in ihren Bann, dass sich immer mehr Leute dort niederlassen möchten. Dennoch habe auch ich es geschafft eine Unterkunft zu bekommen. Mein Tipp hierbei wäre: So früh wie möglich für das Wohnheim bewerben.

Was die Stadt so faszinierend macht: Köln ist nicht zu groß. Deshalb kann man sich dort heimisch und geborgen fühlen, und dennoch hat sie die Vorteile einer Großstadt.

Die Universität

Das Hauptgebäude der Universität zu Köln befindet sich auf dem Albertus-Magnus-Platz im Stadtteil Lindenthal. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Universitätsbibliothek, das Philosophikum, ein Seminar- und ein Hörsaalgebäude und die die Fakultät der WiSo. Auch dort zu finden sind das International Office und die Mensa, die hinter dem Hauptgebäude (in Richtung Zülpicher Platz) liegt. Dazwischen liegt die Uniwiese, die gerne als Lern- und Entspannungsort, aber auch zum Flunkyball spielen genutzt wird.

Die Humanwissenschaftliche Fakultät, an der ich einige meiner Kurse hatte, befindet sich in der Gronewaldstraße und ist auch über die Herbert-Lewin-Straße betretbar. Es ist eine große Universität mit vielen StudentInnen.

Eine Sache, die mich überrascht hat, ist dass es in vielen Kursen keine Anwesenheitspflicht gibt. Jedoch zahlt es sich wirklich auch die Kurse zu besuchen. Nicht nur, um Prüfungen zu bestehen, sondern um in den Austausch mit Dozenten und anderen StudentInnen zu treten.

Was mir vor meinem Auslandsaufenthalt übrigens auch nicht klar war: man kann als Erasmus-StudentIn Kurse außerhalb seines Curriculums belegen und so Erfahrungen in anderen Lern- aber auch Lebensbereichen sammeln und neue Leute und Meinungen kennenlernen. Dadurch hat man die Möglichkeit seine eigene Perspektive zu erweitern und zu neuen Erkenntnissen kommen und sich natürlich auch Wissen und Können in anderen Bereichen aneignen. Die Türen des International Office und das des Teams des ZiB (Zentrum für internationale Beziehungen) der einzelnen Fakultäten stehen einem fast immer offen (siehe Öffnungszeiten). Man kann aber per Mail immer in Kontakt mit den Zuständigen treten, was das Leben erheblich erleichtern kann. Bei Fragen und Bedenken kann man sich nämlich immer an jemanden wenden und muss an keiner Situation verzweifeln.

Die Unterkunft

Zu einer Unterkunft kommt man am besten, wenn man sich rechtzeitig (das heißt: so früh wie möglich) für einen Platz im Wohnheim bewirbt. Eine andere Möglichkeit ist sich eine private Unterkunft (Wohnung, WG) zu suchen. Dadurch, dass ich mich viel zu spät für das Wohnheim beworben habe und die Wohnsituation in Köln etwas kritisch ist, habe ich in allen Internetportalen und auf Facebook nach einem WG-Zimmer gesucht. Am Ende hat es auch für mich funktioniert. Dennoch ein paar kleine Tipps:

· Je früher, desto besser und im besten Fall einen Plan B haben, falls es mit dem Wohnheim nichts wird.

· Auf Facebook gibt es viele Gruppen, in die du eintreten kannst, um dir eine Übersicht zu verschaffen und Angebote wahrzunehmen oder diese auch als Plattform zu nutzen, um auf dich und deine Situation aufmerksam zu machen.

· Zahle nicht im Voraus und gehe dubiosen E-Mails über eine Schlüsselübergabe per Post aus dem Weg.

Schulpraxis

Die Schulpraxis läuft über das ZfL (Zentrum für LehrerInnenbildung). Man meldet sich dort und bekommt dann Schulen vorgeschlagen, an welche man eine Anfrage für das Praktikum schicken kann. Zu den Schulen bekommt man Kontaktdaten oder kann diese auf der Website der Schule entnehmen. Dann meldet man sich bei der Schulleitung oder bei LehrerIn und vereinbart die Tage, an denen man in der Schule ist.

In meinem Fall war das jeden Montag und Dienstag. Insgesamt musste ich 80 Stunden in der Schule verbringen. Dort habe ich hauptsächlich hospitiert, aber auch viel assistiert und die Kinder unterstützt. Es war eine unglaublich tolle und wertvolle Erfahrung, die ich so nicht gehabt hätte, wenn ich nicht ins Ausland gegangen wäre.

Obwohl das Schulsystem in Deutschland dem österreichischen System sehr ähnlich ist, konnte ich wichtige Erkenntnisse daraus ziehen und mich durch die Arbeit mit LehrerInnen und SchülerInnen weiterentwickeln und „skills“ für meine künftige Berufung ausbauen.

Während des Semesters hatte ich zusätzlich zwei verpflichtende Veranstaltungen „Begleitung des Berufsfeldpraktikums im Ausland“. Die eine hatte ich im Mai und die andere Mitte Juli. Dies diente der Vorbereitung und Reflexion des Auslandsaufenthalts und speziell der Praxis, die dort absolviert wird. Die Veranstaltung hatte ich mit deutschen Studentinnen, die sich entschieden haben für ein Praktikum ins Ausland zu gehen oder aber im Zuge ihres Erasmus-Aufenthalts ein Praktikum absolvieren mussten. Dies klingt zunächst vielleicht nicht optimal, da ich die einzige im Kurs war, die ein Incoming war an der Universität zu Köln und mein Praktikum in Deutschland stattfand. Jedoch hatten wir alle gemeinsam, dass wir die Praxis und womöglich unser Studium für einige Monate oder vielleicht auch längere Zeit außerhalb unserer gewohnten Umgebung und in einem neuen, unbekannten System absolvieren.

Mein Fazit zum Kurs, als auch zur Praxis: eine unglaublich wichtige Erfahrung für mich als Mensch und auch für meine Entwicklung im LehrerInnenberuf.

Author: Mirela Hadzic.

Leave a Reply

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.