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International Week der Comenius Association in Rotterdam: Cross Cultural Dimensions in the City

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der internationalen Woche in Rotterdam (Photo by E. Slamanig, I. Aldrian, A. Schabler)

Im Rahmen der international weeks der Comenius Association (ein Netzwerk europäischer Lehrer- und Lehrerinnenbildungseinrichtungen) lud die Universität Inholland vom 4.2. bis 8.2.2019 nach Rotterdam ein. Das Thema der Woche war “Cross Cultural Dimensions in the City”.

Rotterdam, die Stadt mit dem größten Hafen Europas, bildet eine multiethnische Diversität die, gemeinsam mit der modernen Hochhausarchitektur im Zentrum, mit ihrer Vielseitigkeit an New York erinnnert. Tatsächlich leben etwa 650.000 Menschen aus über 170 verschiedenen Nationen in der Stadt. Diese Situation spiegelt sich nicht nur auf den Straßen wider, sondern auch in der Diversität im Klassenzimmer und bietet Anlass, sich näher mit dem Schulalltag und den daraus resultierenden Konsequenzen auseinanderzusetzen.

Wir besuchten die protestantische Grundschule “De Parel” im Rahmen einer Hospitation. Die Schule liegt in einem traditionellen Eindwandererviertel und weist einen hohen Anteil an Kindern mit einem anderen muttersprachlichen Hintergrund auf. In den Niederlanden wird die Primarschule im Alter von 3 bis 12 Jahren besucht. Von Beginn an wird besonders auf die sprachliche Bildung Wert gelegt und werden individuelle Fördermaßnahmen etabliert. Entgegen der allgemeinen Erwartungen landet die Schule bei standardisierten Testungen immer wieder im Spitzenfeld! Ein Gespräch mit dem Direktor bot uns die Möglichkeit zum persönlichen Austausch.

Am Tag darauf besuchten wir die Schule des AZC (Asielzoekerscentrum, Asylum Seekers Centrum) Rotterdam. Diese Grundschule richtet ihr Angebot speziell an Grundschulkinder, deren Familien über einen ungeklärten Aufenthaltsstatus verfügen. Zentrales Bestreben ist das Erlernen von Niederländisch in einer sicheren Umgebung. Die Schule wird als Projekt geführt und bietet die Möglichkeit, jederzeit einzusteigen. Ziel ist der Wechsel in das niederländische Regelschulsystem. Es unterrichten spezialisierte Lehrkräfte aus dem ganzen Land. Entgegen der Erwartung, eine “Problemschule” hätte es schwer, qualifiziertes Personal zu bekommen, bewarben sich die Besten aus ihrem Bereich um eine Anstellung.

Das Klima an beiden Schulen war sehr positiv. Interessant waren vor allem die Normalität, mit der Lehrkräfte dieser Diversität begegneten. Diversität als Chance zu betrachten schien eine Selbstverständlichkeit zu sein.

Im Rahmen verschiedener Workshops (Anne Frank Foundation, Amnesty International) analysierten wir die Konstruktion von Identität und Vorurteilen. Dies diente der Bewusstseinsbildung der persönlichen Wahrnehmung im Rahmen der Lehrtätigkeit. Den Abschluss der International Week bildete der Besuch der liberalen Synagoge und der marokkanischen Moschee.

Es war spannend, ein anderes Schulsystem auf diesem Weg kennenzulernen und Einblicke zu erhalten. Besonders bereichernd waren die, teilweise kontroversen, Gespräche mit Studierenden aus verschiedenen Ländern. Internationale Erfahrungen fördern verschiedene Perspektiven bei Fragen im Bildungsbereich und helfen dabei, einen globalen Zugang im Denken zu verschaffen.

Text von: Ines Aldrian, André Schabler, Edita Slamanig

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