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International Week der Comenius Association in Stavanger: Outdoor Education

Eindrücke aus Norwegen (Photo: Madeleine Gratzer)

Von 1.4. bis 5.4.2019 nahm ich an der International Week “Outdoor Education” in Stavanger, Norwegen, teil. Für mich war diese Woche einer der interessantesten Wochen in meinem Leben. Es sind viele verschiedene Kulturen aufeinander getroffen und die unterschiedlichen Schulsysteme wurden miteinander ausgetauscht.

In Norwegen ist das Thema Natur sehr in den Unterricht integriert. Hier steht an erster Stelle das Erkunden und Erforschen der Natur. Die Theorie aus der Natur zu lernen hat mich persönlich fasziniert. Am ersten Tag wurde uns das Grundprinzip von Outdoor Education erläutert und wie es im Lehrplan verankert ist. Anhand von unterschiedlichen Studien vermittelten die Vortragenden, wie wichtig es ist, den Kindern die Möglichkeit zu geben, vieles in der Natur zu lernen und erkunden (z.B. The Natural Environment as a Playground for Children: The Impact of Outdoor Play Activities in Pre-Primary School Children)

Wie wichtig Outdoor Eduction und auch “Risk Play” (d.h. Spielen und das damit verbundene Risiko, sich zu verletzen, z.B. beim Klettern, beim Spielen mit hoher Geschwindigkeit, mit gefährlichen Dingen und Werkzeugen, mit Einschränkungen der Sinne oder mit Raufen) in Norwegen ist, soll ein kurzer Blick auf die Bezüge zu Outdoor Education und Risk Play im Lehrplan zeigen:

Kindergarten: Hauptthemen sind das Spielen als die Aufnahme zum Lernen, das Sammeln neuer Erfahrungen mit Risiko- und Outdoorpädagogik, das Kennenlernen der Natur, die Natur zu respektieren lernen.

In der Volksschule geht es vor allem um körperliche Aktivität in verschiedenen Umgebungen und Einstellungen und die Aneignung von Kompetenzen zum Leben. Die Schwerpunktsetzungen unterscheiden sich je nach Level. Auf dem Level 4 Jahre liegt der Schwerpunkt auf Schifahren und Langlaufen, das Anwenden einfacher Orientierungskarten, sich an Regeln halten, richtige Kleidung und Ausrüstung für verschiedene Witterungen zu wählen und anwenden zu können (z.B. ein Messer verwenden). Auf dem Level 7 Jahre sollen die Kinder Karten in bekanntem Gelände verwenden können, an verschiedenen Outdoor-Aktivitäten teilnehmen und lokale Traditionen beschreiben können, sowie auch selbst Outdoor-Aktivitäten (auch bei nacht) planen können. Auf dem Level 10 sollen sie sich schließlich auch in unbekanntem Gelände mit Karte und Kompass orientieren können und Ausflüge planen können.

Bei einem Ausflug zur Lundsvagen Naturskole konnte die Theorie in der Praxis kennengelernt und beobachtet werden. Hauptziel der Schule ist es, allen Schülern eine aktive Teilnahme an einer integrativen Lernumgebung in ihrer Heimatschule zu ermöglichen, Schüler und Erwachsene zusammenzubringen und eine gute und aufregende Lernumgebung zu schaffen. Der größte Teil des Lernens erfolgt durch einen praktischen Ansatz. Die Lundsvagen Naturskole richtet sich an Primar- und Sekundarschüler der Schulstufen 1-10. Psychosoziale Schwierigkeiten und / oder psychiatrische Störungen sind die größten Herausforderungen.

Angeboten werden Tagestouren für Schulklassen, Sonderpädagogik, und eintätige Angebote. Bei den eintägigen Angeboten werden einzelne Schüler und Schülerinnen einmal pro Woche aus dem Klassenverband genommen und gehen anstatt in ihre “normale” Schule, in die Lundsvagen Naturskole. An diesem einem Tag pro Woche lernen die Kinder in Teams verschiedene Projekte umzusetzen. Von der Planung  bis zur Umsetzung müssen die verschiedenen Schüler und Schülerinnen gemeinsam agieren und lernen dabei die  Teilbereiche des Lehrplans projektintegriert.

Forscher haben herausgefunden, dass die „One-Day-Angebote“ positive Auswirkungen auf die Schüler und Schülerinnen  haben können: „Ein Tag ist genug und gleichzeitig nicht zu viel“.

Zuletzt noch ein Satz, der mir immer im Gedächnis bleiben wird:“Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung”.

Author: Madeleine Gratzer

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