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Mein Erasmussemester in Las Palmas de Gran Canaria 2020/21

Foto: Theresa Pesl

Anfang September ging es für Leila – eine Studienkollegin – und mich los nach Spanien; von Österreich (Graz – Salzburg) durch Deutschland (München), die Schweiz (Zürich) und Frankreich (Lyon, Antibes) bis nach Marseille.

Trotz Covid-19 Pandemie hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch die Möglichkeit uns frei zu bewegen und die Städte und Landschaften kennen zu lernen. Von Marseille ging es nach knapp 2,5 Wochennach Las Palmas de Gran Canaria. Dort angekommen sind wir direkt in unser Apartment. Leider stellte sich heraus, dass die Wohnung, die wir von Österreich aus für knapp 6 Monate gemietet hatten, überall schimmlig und voll von Kakerlaken war. Da zu dem Zeitpunkt eine Freundin aus Graz Urlaub in Las Palmas gemacht hat, haben wir um 23 Uhr unsere Sachen wieder eingepackt und sind eine halbe Stunde zu dem Hostel, wo sie wohnt, spaziert. Dort verbrachten wir einige Tage und haben ersten Bekanntschaften und Freundschaften geschlossen. Da wir in der Nähe des Surfstrandes wohnen wollten, haben wir bei der Wohnungssuche darauf geachtet. Kurze Zeit später fanden wir eine passende Wohngemeinschaft. Nur 5 Minuten vom Surfstrand entfernt haben wir zu viert (3 Grazerinnen und ein Spanier) im 11 Stock eines Hochhauses (Mesa y Lopez) gewohnt.

Kurz nach dem Umzug begannen die Lehrveranstaltungen an der Uni, allerdings aufgrund der Covid-19 Pandemie Großteils online. Dies erschwerte die Lage, da wir keinen direkten Kontakt zu unserer Ansprechpartnerin hatten und sie uns auf unsere E-Mails nie zurückschrieb. Schnell wurde mir bewusst, was das Motto der Spanier, sowohl an der Uni als auch in der Freizeit „Tranquila, Tranquila“ ist. Das zog sich durch meinen gesamten Aufenthalt.

Das Studium an der Universität gestaltete sich anfangs sehr schwierig, da es kaum möglich war die passenden Kurse zu finden, wir nach der Hälfte eines Kurses aus diesem geflogen sind und uns wenige Lehrpersonen bei der Organisation behilflich waren. In einem Kurs hatte ich jedoch einen sehr hilfsbereiten und netten Lehrer. Dieser Kurs hat mir sehr gut gefallen. Wir wurden inspiriert und konnten viele tolle Ideen mitnehmen. Beispielsweise planten wir unsere eigene Sporteinheit, bastelten unsere Sportgeräte selbst (Schläger, Jonglierbälle, …), waren Kajak fahren und Paddelboard-surfen.

Zum Glück habe ich eine Praktikumsstelle an einer deutschen Schule „Colegio Heidelberg“ bekommen. Da es uns nicht möglich war, herauszufinden, ob uns die Universität eine Praktikumsstelle organisiert, dachte ich mir, dass ich einige Schulen selbst anschreibe. Nach einigen Absagen erhielten Leila, Kati und ich jedoch eine positive Rückmeldung von einer Privatschule. Nur eine Woche später durften wir mit unserem Praktikum beginnen. Wir mussten 125 Stunden absolvieren. Anfangs kamen mir 125 Stunden sehr viel vor, da das Praktikum in Spanien nicht, wie in Österreich ist. Hier unterrichtet man nicht jede Stunde selbst. Meistens schaut man den Lehrpersonen zu und schreibt ein Protokoll. Manchmal durften wir auch selbst unterrichten. Ich habe in der Zeit hier sehr viele tolle Ideen von Lehrpersonen mitnehmen und verschiedene Unterrichtsmethoden und Unterrichtsstile kennenlernen dürfen.

Meine Freizeit habe ich mit Reisen auf andere Inseln, Surfen lernen, Volleyball spielen, Insel erkunden, schwimmen, Spikeball spielen, in Restaurants und Cafes gehen und Freunde treffen, verbracht. Ich glaube, in der Altstadt (Vegueta) war ich nur einmal abends am Anfang meines Aufenthalts. Da wir nur wenige Minuten vom Strand entfernt wohnten, war ich sehr viel dort. Oft war ich auch in nahe liegenden Cafes und habe von dort aus Uniaufgaben erledigt oder einfach nur einen Kaffee getrunken.

Meine Zeit hier war unglaublich schön und ich habe viele schöne Orte besuchen und sehr nette Leute kennen lernen dürfen. Nichtsdestotrotz war es nicht immer einfach. Vor allem Anfangs war es sehr schwierig, da ich kaum Hilfe von der Uni bekam und die Sprache nicht gut konnte. Außerdem habe ich sehr viel gelernt. Pläne haben kaum funktioniert und ich musste spontan handeln. Ich bin selbstbewusster und selbstständiger geworden und habe Durchhaltevermögen dazugewonnen. Außerdem musste ich lernen, Verantwortung zu übernehmen und ohne die Landessprache zu kommunizieren.

Jetzt kurz vor der Abreise kann ich mir gar nicht vorstellen, dass ich bald nicht mehr unsere Straße hinaufgehe, anläute, wenn die Klingel gerade funktionieren sollte, weil ich wieder einmal meinen Schlüssel nicht mitgenommen habe, und dann in unsere Wohnung, wo immer etwas los ist, gehen werde.

Auch wenn es nicht immer leicht war, im Ausland zu studieren und eine neue bzw. andere Kultur kennen zu lernen, kann ich ein Auslandssemester auf jeden Fall empfehlen. Es ist eine unglaubliche Erfahrung. Allein eine gewisse Zeit in einem anderen Land zu leben ist definitiv eine Bereicherung. Die Erfahrungen, die ich dort gemacht habe, werden mir künftig nicht nur als Lehrerin helfen, sondern in vielen anderen Lebenssituationen.

Nach einem gestohlenen Handy, einem Einbruch im Hostel, einer neu eingezogenen Wand, vielen neuen Erfahrungen und Bekanntschaften, ein paar neuen Surfskills, vielen Nosedives, drei kaputten Surfbrettern (wieder Großteils repariert), vielen Rotweinabenden, einem Rauswurf aus einem Unikurs, einem neuen Tattoo und wieder erlernten bzw. neu erworbenen Spanischskills kann ich sagen, dass ich die Zeit hier auf jeden Fall genossen habe und auf keinen Fall missen möchte. Ich kann nur jedem empfehlen, ein Auslandssemester zu machen. Zum Schluss möchte ich noch Danke sagen, an alle die diese Reise möglich gemacht und bereichert haben.

Autorin: Theresa Pesl.

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