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Mein Erasmussemester in Reykjavík 2019

Die erste Zeit

Mein Auslandssemester startete am 20.8.2019. An diesem Tag bin ich von Wien nach Reykjavik geflogen. Direkt am nächsten Tag startete die „orientation week“ der Uni, während welcher wir an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen konnten. Die internationalen Studenten haben eine Uni-Tour bekommen, es gab eine Willkommensparty mit isländischen Hotdogs und Getränken und am letzten Tag wurde eine Pub-Tour veranstaltet.

Diese Tage waren ganz hilfreich, um die Uni und einige andere internationale Studenten ein bisschen besser kennenzulernen. In der ersten Woche haben einige andere Studenten und ich bereits viele Plätze in Reykjavík erkundet. Wir sind in das Museum „Perlan“ gegangen, haben eine Wanderung am Esja gemacht und haben die „Culture Night“ besucht. Außerdem haben eine Freundin und ich in den ersten Tagen bereits den bekannten „Golden Circle“ besucht. Am 2.9.2019 hat dann die Uni für mich begonnen.

Unterkunft

Ich habe durch Recherche und einige andere Studenten erfahren, dass es sehr schwer ist in Reykjavík eine Unterkunft zu einem annehmbaren Preis zu finden. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, mich für das Studentenwohnheim zu bewerben. Ich habe mich sofort, als es möglich war, für das Wohnheim „Gamli Garður“, welches sich direkt neben dem Hauptgebäude der Uni befindet, beworben. Ich musste etwa zwei Monate warten, durfte mich dann aber über eine Zusage freuen. Da es aber erst möglich war am 29.8 in das Wohnheim einzuziehen, brauchte ich für die 8 Tage davor eine andere Unterkunft. Ich habe mir dann mit drei anderen Studentinnen, welche ich über Facebook gefunden habe, ein Zimmer, welches wir auf Airbnb gefunden haben, geteilt. Wir waren alle sehr froh, als wir endlich in unsere Zimmer im Studentenheim einziehen konnten. In Gamli Garður hatte ich mein eigenes Zimmer, Bad und Küche habe ich mir mit etwa 14 anderen Studenten geteilt. Ich würde mich immer wieder für ein Studentenwohnheim bewerben, da es dadurch sehr einfach war, neue Leute kennenzulernen und es nie langweilig wurde. Trotzdem muss man sagen, dass ich recht viel Miete bezahlt habe, obwohl ich nur ein kleines Zimmer hatte und wir uns die anderen Räume geteilt haben.

Reykjavík

Ich muss sagen, dass Reykjavík für mich eine Stadt ist, in die ich mich erst auf den zweiten Blick verliebt habe. In der ersten Woche und besonders am Ankunftstag hatten wir typisch isländisches Wetter, das heißt es war sehr grau, windig und regnerisch, was meinen ersten Eindruck der Stadt nicht unbedingt positiv beeinflusst hat. Ich habe das Gefühl, dass es einige Zeit gebraucht hat, um die Stadt kennen und lieben zu lernen, wobei ich mich dann richtig wohl dort gefühlt habe. Reykjavík habe ich eher als eine kleine und ruhige Stadt empfunden, obwohl die meisten Isländer ja in der Hauptstadt bzw. in der Umgebung dieser wohnen. Mir haben besonders die kleinen Gassen mit Cafés und Geschäften sehr gut gefallen, besonders in der Vorweihnachtszeit. Ein großer Vorteil der Stadt ist, dass man fast alle Strecken in relativ kurzer Zeit zu Fuß zurücklegen kann, jedenfalls im zentralen Teil Reykjavíks. Trotzdem habe ich mir eine Buskarte gekauft, was ich als sehr hilfreich empfunden habe. Was mir besonders gut gefallen hat, ist, dass man fast jeden Tag zu einer Veranstaltung in Reykjavík gehen konnte, da immer etwas los war. Trotzdem denke ich, dass Reykjavík keine typische Studenten- bzw. Erasmusstadt ist, da es eher wenig Möglichkeiten zum Fortgehen bzw. für Partys gibt. Meiner Meinung nach, haben wir die schönste Zeit außerhalb von Reykjavík, auf Roadtrips und Ausflügen, verbracht. Ich würde es auf jeden Fall empfehlen, ein Auto zu mieten und so viel wie möglich von Island zu erkunden.

Außerdem ist Reykjavík eine recht teure Stadt, was man schnell merkt wenn man Geschäfte betritt. Ich kann Bónus und Krónan empfehlen, das sind die beiden günstigsten Supermärkte.

University of Iceland

Wie ich bereits erwähnt habe, habe ich direkt neben dem Hauptgebäude der Universität gewohnt. Trotzdem bin ich immer mit dem Bus zur Uni gefahren, da das Gebäude für die Education-Abteilung einige Kilometer weit entfernt war. Die Zeit in der Uni hat mir gut gefallen und ich war auch recht zufrieden mit meiner Kursauswahl. Ich habe mich für die Kurse „Teaching Practice“, „Nature and Cultural Legacy of Iceland“, “Teaching Language in a Multicultural Classroom” und “Icelandic-The Basics” entschieden. Mit dieser Kursauswahl hatte ich jeweils vier Tage die Woche Kurse, jedoch meistens nur ein bis zwei Lehrveranstaltungen am Tag. Ich finde, dass ich, trotz der 32 ECTS die ich gemacht habe, recht viel Freizeit hatte. Besonders der Kurs „Nature and Cultural Legacy of Iceland” ist empfehlenswert, da wir viele Ausflüge und Exkursionen unternommen haben und viel Wissenswertes über Island erfahren haben.

Teaching Practice

Ich habe meine Praxistage in der „Skóli Ísaks Jónssonar“, einer privaten Volksschule im Zentrum von Reykjavík absolviert. Es war sehr interessant, einen kleinen Einblick in das isländische Schulsystem zu bekommen. Ich habe mich in der Schule sehr wohl und willkommen gefühlt,  die Lehrpersonen haben uns sehr herzlich aufgenommen. Einige Dinge waren anders als in Österreich, zum Beispiel besuchen nur Kinder von fünf bis neun Jahren diese Schule. Außerdem haben die Kinder wöchentlich Schwimmunterricht und einmal die Woche wird mit allen Kindern der Schule und mit deren Eltern gemeinsam gesungen. Zusätzlich haben die Kinder Kochunterricht, was ich sehr interessant und hilfreich finde. Mir hat der Einblick in diese Schule sehr gut gefallen. Wir haben einige Isländisch-Stunden miterlebt, was für mich am interessantesten war. Außerdem haben wir mit den Kindern Gedichte verfasst, Fußball gespielt, Herbstdekorationen gebastelt und isländische Lieder gesungen.

Fazit

Ich würde mich immer wieder für Reykjavík entscheiden, auch wenn ich denke, dass ich nicht die „typische Erasmuserfahrung“ hatte. Wir haben mehr Zeit damit verbracht das Land und die Natur zu erkunden, als Veranstaltungen und Partys zu besuchen. Es war eine wunderschöne Zeit, die viel zu schnell vergangen ist. Die vier Monate sind geradezu verflogen, ich habe meine Entscheidung wirklich keine Sekunde lang bereut. Island ist ein wunderschönes und einzigartiges Land, welches so viel Schönes bietet. Ich möchte auf jeden Fall so schnell wie möglich wieder zurückkommen. Ich kann jedem nur empfehlen ein Erasmussemester in Reykjavík zu verbringen.

Autorin: Ann-Sophie Kernbichler.

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