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Sprachassistenz in Frankreich

Image by Karoline Obereder
Image by Karoline Obereder

Im Rahmen des Sprachassistenz-Programmes des Bundesministeriums für Bildung habe ich die letzten Monate in Frankreich verbracht. Erfahren von dem Programm habe ich durch eine Info-Veranstaltung an der Hochschule im Dezember 2016. Es war super interessant, da 2 ehemalige Sprachassistentinnen diesen Vortrag gemacht haben und auch gleich viel von ihren Erfahrungen in die Veranstaltung eingebunden haben. Einziger Nachteil: die Veranstaltung war – leider – erst im Dezember, Bewerbungsfrist für das Programm war im Jänner – also etwas für Spontanentscheider. Man braucht auch Empfehlungsschreiben, also rechtzeitig darum kümmern wäre wirklich wichtig. Nach einem echt netten Bewerbungsgespräch in Wien habe ich dann relativ rasch die Zusage bekommen – die endgültige Platzierung in welcher Region usw. ich eingesetzt bin hat allerdings etwas auf sich warten lassen …. steigert die Vorfreude !
Es gab dann noch eine Woche Vorbereitungsseminar in St. Pölten. Das war eigentlich wirklich cool, man hat andere Sprachassistenten kennengelernt, auch welche die in der gleichen Region oder in der Nähe eingesetzt sind und man konnte sich mit denen gleich ein bisschen austauschen. Mit vielen hielt der Kontakt und wir haben uns auch regelmäßig in Frankreich verabredet und gemeinsam Sachen unternommen.

Schon vor der Abreise habe ich mich echt super betreut gefühlt. Einerseits seitens der Hochschule, Unterstützung bei allen Erasmus+ Papieren, usw. (DANKE dafür!), andererseits auch von den Schulen in Frankreich. Bei der Platzierungszuweisung bekam ich alle Adressen und Kontaktdaten der Schulen an denen ich eingesetzt bin, ich habe mich mit ihnen in Verbindung gesetzt und auch rasch eine Antwort bekommen. Mir wurde auch gleich eine Wohnung für diese Zeit angeboten – am Campus der Stammschule gibt es eine Wohnung, die ich mir mit dem Sprachassistenten für Englisch geteilt habe. Die Miete war nicht geschenkt aber auf jeden Fall im Bereich des Leistbaren. Auch Pack-Tipps, Reiseziele in der Gegend, überlebenswichtige Tipps, einfach alles was man so brauchen kann haben sie mir vorab mitgegeben.

Angekommen bin ich sehr herzlich empfangen worden, von allen Deutsch-Lehrern an der Schule zum Kennenlern-Essen eingeladen, sie haben mir die Gegend gezeigt und mich bei allen wichtigen Angelegenheiten (Bank, Versicherung, Sozialversicherung,…) unterstützt.
Das Zusammenarbeiten hat auch super geklappt. An insgesamt 3 Schulen hatte ich Deutsch-Klassen und SchülerInnen im Alter zwischen 8 und 21 Jahren. Neben dem normalen Unterricht habe ich auch an allen Schulen einen freiwilligen “Deutsch-Klub” gegründet, der vor allem bei den jüngeren SchülerInnen super angekommen ist. Wir haben Weihnachtskekse gebacken, Ostereier bemalt, Kinderreime gelernt, …
Die Schulen waren zu Fuß erreichbar und auch der Stundenplan war eigentlich ganz ok. 12 Stunden pro Woche bin ich tatsächlich vor der Klasse gestanden, die restliche Zeit habe ich zum Vorbereiten genutzt oder einfach zum Herumreisen.

Gerade in den Schulferien (wovon die Franzosen wirklich viel haben) und an den Wochenenden habe ich sehr viele Ausflüge gemacht. Die Zug- und Busverbindungen sind eigentlich ganz gut (wenn sie nicht gerade wieder striken) und das Land hat echt viel zu bieten. Ich kann Couchsurfing, AirBnB und als Transportmittel BlaBlaCar echt empfehlen. Man triffst so nette Menschen und findet viel schneller Anschluss. Meine Heimatstadt hatte ca. 10.000 Einwohner, war sehr ländlich und eigentlich ziemlich eingeschlafen, hatte also nicht so wirklich viel zu bieten für Leute in meinem Alter. Die nächst größere Stadt war 20 Minuten mit dem Zug entfernt (bzw. 1 Stunde in die andere Stadt). Dort gab´s eine große Couchsurfing-Community bzw. auch eine Uni die auf Facebook eine Erasmus-Gruppe hatte – da konnte man sich ohne Probleme einfach anschließen und bei den Veranstaltungen dabei sein.

Insgesamt war es einfach eine ziemlich coole Erfahrung – nicht nur die Kultur und Menschen dort kennenzulernen, sondern wirklich am täglichen Leben teilzuhaben, ein anderes Schulsystem kennenzulernen, … Man gewöhnt sich irgendwie auch gewisse “französische Eigenschaften” an, wie Wein trinken, prinzipiell unpünktlich sein, ewig mit den Kassieren im Supermarkt tratschen – was für ein Schock wie ich das erste Mal wieder bei Hofer in Österreich einkaufen war, alles so Zack Zack Zack – fertig, und es hat nicht mal wer gefragt wie´s mir geht oder ob ich schon den Wetterbericht für die kommenden Tage gesehen habe.

Highlight waren wohl geschätzte ganze 3 Schneeflocken die Ende Jänner fielen – die ganze Bevölkerung hat sich verschanzt, Geschäfte geschlossen, Schulbusse eingestellt …. SCHNEEFREI ! Für österreichische Verhältnisse darf man das nicht mal “Schnee” nennen, was da für eine gefühlte halbe Stunde so rumlag. Aber man will sich ja über einen freien Tag nicht beschweren.

So cool die Zeit war, umso schwerer war der Abschied. Tränen gab es nicht nur von meinen Kids in der Schule die mich vermissen werden.
Ich kann es einfach nur empfehlen eine Erfahrung wie diese zu machen, ins Ausland zu gehen, eine neue Kultur entdecken und so viele interessante Menschen kennenzulernen. Also mich für meinen Teil hat das Outgoing-Fieber gepackt !

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Sprachassistenz

 

By Karoline Obereder

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