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Willkommen zum 2. Newsletter des Projektes NEUROANDRAGOGY AGAINST EXCLUSION

Newsletter (Bildquelle Tony Hegewald / pixelio.de)
Newsletter (Bildquelle Tony Hegewald / pixelio.de)

Das Projekt NEUROANDRAGOGY AGAINST EXCLUSION fördert die Idee, die neuesten Erkenntnisse der Neurodidaktik in der Erwachsenenbildung für benachteiligte Personengruppen einzusetzen.

Die Hauptzielgruppe des Projektes sind erwachsene Personen, die von sozialer Ausgrenzung bedrohtsind oder aussozial benachteiligten Gruppen kommen (z.B. Langzeitarbeitslose, Menschen 50+, Menschen mit Behinderung, MigrantInnen, Geringqualifizierte…), TrainerInnen, PädagogInnen, die mit erwachsenen Lernenden arbeiten oder mit Einrichtungen und Organisationen zur Bekämpfung von Ausgrenzung zusammenarbeiten, sowie Einrichtungen der Erwachsenen-bildung.

Das Projekt NEUROANDRAGOGY AGAINST EXCLUSION am Endpunkt angekommen

Während der letzten beiden Jahre haben die Partner intensiv an der Entwicklung der Projektergebnisse gearbeitet: didaktische Materialien zur Einbeziehung der Erkenntnisse der Neurowissenschaften in die Erwachsenenbildung.

Wir haben Schulungsprogramm und Materialien für TrainerInnenentwickelt, die mit erwachsenen Lernenden arbeiten –„Neuroandragogik in der Bildung für von Ausgrenzung bedrohter Erwachsener“– die beiden Hauptprodukte, die in der ersten Phase des Pilottrainings getestet wurden. Eine interaktive Bildungsplattform „Neuroandragogikgegen Ausgrenzung“ wurde entwickelt, um die Teilnehmendendes Pilotentrainings im Selbstlernen zu unterstützen.

Außerdem wurde eine Publikation zum Projekt entwickelt: Neuroandragogy against exclusion. Strategien, Empfehlungen, gute Beispiele. Enthalten sind die während der Projektlaufzeit gesammelten Erfahrungen, beispielsweise der TrainerInnen, die mit den Zielgruppen gearbeitet haben. Die Publikation basiert auf den Errungenschaften der Neurowissenschaften in der Bildung von Erwachsenen, die von sozialer Ausgrenzung bedroht sind. Die Veröffentlichung richtet sich an TrainerInnen, ErwachsenenbildnerInnen, PädagogInnen und SozialarbeiterInnen, die mit erwachsenen Lernenden arbeiten. Wir haben zahlreiche interaktive Methodengesammelt und uns Wissen über das Gehirn und seine Funktionsweise angeeignet. Wir hoffen, dass dies eine Inspiration für effektive Bildungs-und Trainingsaktivitäten für erwachsene Lernende sein kann, die helfen, Schwierigkeiten zu überwinden, die sich aus sozialer Ausgrenzung ergeben.

Entwicklung der Trainingsmaterialien

Die Partner schufen die Trainingsmaterialien für Teilnehmende an Workshops: erwachsene Lernende, die aus von Ausgrenzung bedrohten Gruppen kommen (IO3). Der Zweck des Materials besteht darin, erwachsene Lernende aus den Zielgruppen mithilfe der Erkenntnisse der Neuroandragogik für das Lernen zu motivieren und ihr Lernen effektiver zu gestalten.

Das IO3 Trainingsmaterial besteht aus sechs Modulen, die jeweils Theorie und Übungenbeinhalten:

1: Wie das Gehirn erfolgreich lernt

2: Von der Notwendigkeit zum Vergnügen – Wie man die eigene Motivation erhöhen kann

3: Wie kann man eigene Bedürfnisse und Veranlagungen für das Lernen entdecken?

4: Wie kann man Lernen so organisieren, dass es besser gelingt?

5: Wie man effizient lernt – welche Arbeitsmethoden und Techniken soll man wählen?

6: Wie kann man seine eigen Erfahrung und seine Fähigkeiten beim Lernen einbringen? Das Trainingsmaterial wurde in allen Partnerländer getestet (Polen, Österreich, Tschechische Republik, Griechenland, Großbritannien und Ungarn).

Zusätzlich zu den traditionellen Unterrichtsmaterialien verwendeten die Teilnehmenden während des Pilottrainings auch die Moodle E-Learning Plattform.

Testing des IO3:

Trainingsmaterial für Erwachsene aus benachteiligten Gruppen

Zwischen März und Mai 2019 testeten die Projektpartner das Trainingsmaterial. 85 Menschen aus benachteiligten Gruppen waren darin involviert. Die Zielgruppe variierte von SchulabbrecherInnen (ältere und jüngere), Menschen 50+, langzeitarbeitslosen Personen, jungen Erwachsenen mit Lernschwierigkeiten, NEETs, Müttern, die junge Kinder haben, MigrantInnen, sozial schwachen Erwachsenen.

12 TrainerInnen, die breits die Produkte O1 und O2 getestet haben, führten die Pilotworkshops durch. Im Allgemeinen war das Testing in allen Ländern sehr erfolgreich. Das Feedback einer jungen Frau aus Österreich, der es gelang, eine neue Gewohnheit zu entwickeln, ist ein Beispiel der erfolgreichen Umsetzung des neu gewonnenen Wissens, das sie während der Testung des Materials erlangt hat: Ihr Ziel war es, sicherzustellen, dass sie täglich zumindest eine warme und gesunde Mahlzeit zu sich nimmt. Normalerweise ernährt sie sich von Fast Food und Snacks, nimmt wenig bis kaum Obst und Gemüse zu sich. Mit Hilfe der Übung konnte sie dieses große Ziel in kleine Schritte aufteilen, die sie leicht erreichen konnte. Und das reichte aus, sich täglich neu zu motivieren und dran zu bleiben da diese täglichen Ziele erreichbar und deshalb leicht zu realisieren waren. Denn: Erfolg stellte sich schnell ein und das gab neue Motivation.

Das Testing (und das Projekt allgemein) sprach viele unterschiedliche Zielgruppen an, und es zeigte sich, dass der neurowissenschaftliche Ansatz und die entwickelten Methoden sich für alle Gruppen eignen und leicht anzupassen sind, wenn das nötig erscheint.

Bewertung des Pilotworkshops

Aufgabe des Pilottrainings war es, Qualität und Effektivität als auch Eignung, Machbarkeit und mögliche Auswirkungen des didaktischen Materials auf die Zielgruppe festzustellen. Sowohl TrainerInnen als auch Teilnehmende verwendeten die Neuroandragogy Moodle E-Learning Plattform, auf der das IO3 Material in den unterschiedlichen Sprachversionen bereitgestellt war, damit es während der Präsenzzeiten in den Workshops unterstützend verwendet werden konnte.

Am Ende des Trainings sind sowohl AusbildnerInnen als auch Lernendegebeten worden, einen Evaluierungsbogen auszufüllen, um die Qualität der Übungen und im Speziellen des didaktischen Materials (inklusive der Plattform, die während der lernerischen Aktivitäten verwendet wurde). Dadurch wurdeermittelt, was im Auftrag des Konsortiums erforderlich ist, um die finalen Produkte zu verbessern, und sie auf diese Weise den Bedürfnissen beideranzupassen, also den AusbildnerInnen als auch den Lernenden, die dieses Material in ihrem Bildungsprozess verwenden.

Dieser Workshop wurde insgesamt positiv wahrgenommen und die Anerkennung bezüglich des Unterrichtsmaterials seitens der TrainerInnen als auch den Lernenden war positiv. Die TrainerInnen, so zeigte sich, sind etwas anspruchsvoller als die erwachsenen Lernenden, allerdings gabe es keine größeren Beschwerden.

Die Hinweise, die die Partnerschaft gesammelt hat im Hinblickauf die Verbesserung des Workshops beziehen sich auf einen bedachteren Zugang zum Timing des Workshops als auch der Notwendigkeit, kürzere/einfachere Erklärungen/Anweisungen der Aktivitäten zu geben, wodurch ein leichteres Herangehen ermöglich wird und der Schwerpunkt mehr auf die aktiven Übungen als auf dentheoretischen Teil gelegt wird.

Die Moodle

NEUROANDRAGOGY EDUCATIONAL PLATTFORM

Die e-learning platform ergänzt auf effiziente Art persönliche Programme und bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit von zu Hause aus zu lernen.

Lernende, die an der Pilotphase teilgenommen haben, schätzten die Möglichkeit, von der Distanz aus zu lernen, was in der heutigen hektischen Zeit allgemein immer populärer wird. Es ermöglicht den Teilnehmendensich an Wissen zu erinnern, welches sie in den persönlichen Programmen erworben haben. Sie können zusätzliche Übungen machen und mit zusätzlichem Material vertiefen was sie gelernt haben.

Für das Onlinetraining haben wir die Moodle Plattform gewählt, welche auch in zahlreichen Hochschulen und Universitäten beliebt ist. Jedes Partnerland hat eine eigene Moodle-Sektion, die mit Inhalten und Übungen gefüllt ist, welche auf die Bedürfnisse der Lernenden abgestimmt sind.

Der Online-Inhalt bezieht sich auf die gemeinsame theoretische Basis, welche den Lernenden neben Englisch auch auf Polnisch, Ungarisch, Tschechisch, Griechisch und Deutsch verfügbar ist. Dieser theoretische Inhalt wurde dann von jedem Partnerland mit relevanten Übungen oder anderen Aktivitäten komplementiert.

Die Moodle-Umgebung ermöglicht es jenen, die interessiert sind an neuroandrologischen Themen, als Gäste ohne Registrierung einzusteigen. “Gaststudierende” können den gesamten Inhalt sehen, aber sie können nicht die Kommunikationskanäle nutzen. Die Teilnehmendendes Pilot-Workshops haben daher in der Rolle als “Studierende” gearbeitet, um die Möglichkeit der Kommunikation mit dem Trainer, der Trainerin voll auszuschöpfen. Nach der Registrierung können die TrainerInnen Kursinhalte erschaffen und diese erweitern, Diskussionsforen eröffnen, Links zu anderen Zusatzmaterial anfügen und mit ihren Studierenden kommunizieren.

Ein gut strukturiertes Bedienungshandbuch wurde für die Lernenden und die TrainerInnen in allen Projektsprachen vorbereitet. Es fasst in Screenshots und kurzen Anweisungen die Funktionen, die von Moodle angeboten werden, zusammen. Das Handbuch wurde von allen Lernenden des Pilotprojektes in gedruckter Version bezogen und ist für andere Interessierte über die Homepage des Projektes Neuroandragogy against exclusion verfügbar.

Publikation

Neue Erkenntnisse über das Gehirn und Veränderungen in den Disziplinen, die diese Erkenntnisse angewendet haben, haben große Aufmerksamkeit erzeugt.

Viele der alten Überzeugungen haben sich nun als Mythen erwiesen und neue Untersuchungsresultate zwingen uns, anders über unser Gehirn und seine Funktionen zu denken.

Einige der Erkenntnisse sind so revolutionär, dass anerkannte Wissenschaftler neue Hoffnung geschöpft haben in Bezug auf eine mögliche Heilung von Hirndemenz. Neue Ideen wurden entwickelt, die sich auf das menschliche Lernen und Gedächtnis beziehen.

Dieses neue Gedankenmodell greift diese optimistischen Erkenntnisse auf. Es proklamiert die Grundeinstellung, dass es immer Wege gibt, das Altern des Gehirns zu kompensieren. Neuroandagogik ist eine der Hauptbeitragenden in diesem Wissenschaftszweig. Sie macht auf neue Erkenntnisse in der Hirnforschung aufmerksam. Viele dieser neuen Erkenntnisse bestätigen, was Lehrende in der Erwachsenenbildung seit Jahren vermuten: Erwachsene können ihr Denken bis ins hohe Alterschärfen. Dies ist möglich weil die Gehirnplastizität auch spät im Leben noch stattfindet. Noch interessanter ist die Tatsache, dass wir sogar dazu in der Lage sind, Neurogenesis (Wachstum neuer Gehirnzellen) das ganze Leben hindurch zu erfahren, wenn wir weiterhin neue Dinge lernen und in einer gehirnstimulierenden Umgebung leben.

Der Rahmen der Neuroandragogik fokussiert sich auf das erwachsene Gehirn, seine kognitiven Funktionen und seine Abstufung, alles in Zusammenhang mit der Bildung des Erwachsenen und seinen Lerngewohnheiten. In diesem Newsletterfassen wir die Grundprinzipien und Glaubensätze der Neuroandragogikzusammen. Mehr Information kann unserer Publikation Neuroandragogy against exclusion. Strategien, Empfehlungen, gute Beispiele entnommen werden.

Die Partnerschaft Neuroandragogy against exclusion hofft, dass die Resultate des Projektes der Input für einen neuen Ansatz in der Bildung darstellen werden. Ergebnisse aus dem Projekt, inklusive der Moodle-Plattform werden es ermöglichen, Wissen über ein neues Feld, welches die Neuroandragogik darstellt, zu erwerben.

Es wurde für das eigenständige Lernen konzipiert, was ein neuer Trend in der Lehre darstellt. Die Materialien für Lehrende können in der alltäglichen Arbeit mit lernenden Erwachsenen genutzt werden. Die Publikation enthält die wichtigsten Tippsund Anleitungen bezüglich der Wichtigkeit der Schaffung eines neuen Ansatz des Unterrichtens und des Lernens, wie neue Erkenntnisse über das Funktioniern des menschlichen Hirns im Unterrichten verwendet werden kann und so neue Strategien in der Lehre geschaffen werden können.

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