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Zehn Gründe – warum Barcelona anders (manchmal auch besser) ist als Graz!

 

Barceolna (Foto Birgit Fauland)
Barcelona (Foto Birgit Fauland)

Punkt eins: Hilfsbereitschaft wird absolut großgeschrieben! Spanier sind sehr verständnisvoll und gewillt einem in jeder Situation zu helfen, alle behandeln dich wie einen guten, alten Freund. Was man aber bedenken sollte: Hilfsbereitschaft heißt jedoch nicht Pünktlichkeit. Kann also schon mal passieren, dass man zwanzig Minuten auf sein Bocadillo (Sandwich) warten muss, denn die Verkäuferin hat noch etwas ganz wichtiges mit ihrer Kollegin zu besprechen. Dafür bekommt man anschließend ein nettes Lächeln und einen schönen Tag gewunschen, was den aufkeimenden Ärger gleich wieder verfliegen lässt.

Punkt zwei: Spanier demonstrieren gerne. Sobald man an einem freien Tag oder am Wochenende an einen öffentlichen Platz stößt, trifft man mit 90%iger Sicherheit auf eine Demonstration, die entweder nur aus 10 oder sogar aus einer riesigen Menschenmenge besteht. Ich habe schon mindestens 20 Demonstrationen gesehen. Diese betreffen meistens die Unabhängigkeitsdiskussion über Katalonien, die Krise in Venezuela oder die herrschende Arbeitslosigkeit.

Punkt drei: Taxifahren ist eine Odyssee und Autofahren ist wie bei einem Fahrsicherheitstraining. Die meist unangeschnallten, telefonierenden (oder SMS schreibenden) Taxifahrer fahren mit einer halsbrecherischen Geschwindigkeit durch die Straßen, nach dem Motto: „wer bremst verliert!“. Autofahren in der Innenstadt ist reine Zeitverschwendung und die Autos tragen viele Beulen an den Stoßstangen bzw. an den Türen. Deshalb bevorzuge ich das Metro- bzw. Bussystem, das wirklich sehr gut und übersichtlich ausgebaut ist. Tagsüber wartet man maximal 2Minuten auf die nächste U-Bahn, was sehr zeitsparend, umweltfreundlich und sogar recht gemütlich ist.

Punkt 4: Das Essen. Selbst wenn ich nichts aus dem Meer esse, sind die spanischen Spezialitäten ganz nach meinem Geschmack. Von Chorizo bis zu tortilla de patatas liest die spanische Speisekarte einem jeden Wunsch von den Lippen. Es gibt sehr viele, sehr empfehlenswerte kleine Restaurants oder auch nur Bars, die preiswert auch sehr schmackhaft sind. Besonders empfehlenswert sind die Cañas, frisch gezapftes Bier im Glas serviert, die man fast immer um einen guten Preis bekommt. Wie schon oben erwähnt, sind die Spanier also sehr gastfreundlich und stellen einem oft Oliven oder andere Kleinigkeiten zu den Getränken.

Punkt 5: Das Schulsystem. Da ich meine Praxis in einer halb staatlich, halb privaten Schule absolviere, habe ich leider noch keine Vergleiche zu anderen Schulen machen können, doch was ich in dieser Schule sehe, kann man sich sehr gut abschauen. Jede Klasse ist mit iPads, Beamern und Computern ausgestattet, weiters herrscht absolutes Handyverbot auf der gesamten Anlage. Dies reicht bis zum Batchillerato (die Maturaklassen). Diese Schule hat eine sehr gute Zusammengehörigkeit, die Schüler haben ein sehr enges Verhältnis zu den Lehrern, sogar die Angestellten (Küche, Rezeption, etc.) sind alle vertraut mit den Schülern. Wir sind sehr gut aufgenommen worden, alle wussten, dass wir kommen und sogar in der Mensa wurden wir freundlich begrüßt.

Punkt 6: Der Strand. Ein Punkt, mit dem Graz leider nicht mithalten kann. Man kommt aus dem tief verschneiten Österreich in Barcelona an und fährt nur wenige Minuten zum Strand. Das Rauschen der Wellen, der Sand, die Möglichkeit Volleyball im Februar zu spielen, der unendliche Horizont, das sind kleine Details, die einem das Leben hier sehr versüßen.

Punkt 7: Die Universität. Ich habe ein großes Glück mit meiner Fakultät, die sich in Mundet (angrenzend an die nördlichen „Hügel“ von Barcelona) befindet. Hier findet man ein sehr bemühtes International Office und einen noch bemühteren Praxiskoordinator, der sich Juliá Font nennt (stolzer Katalane, der aber ursprünglich aus Mallorca kommt). An was ich mich jedoch gewöhnen musste, ist, dass die Lehrveranstaltungen 2 Stunden dauern, jedoch prinzipiell eine halbe Stunde zu spät beginnen und absolutes Chaos herrscht. Niemand weiß, in welcher Gruppe er sich befindet. Doch sobald die Kurse angelaufen waren, war das Chaos irgendwann gelöst, die Kurse sind interessant aufgebaut und ich habe Glück, weil fast alle auf Englisch abgehalten werden.

Punkt 8: Öffnungszeiten der Geschäfte bzw. Essenszeiten. Für Spätentschlossene, die erst kurz bevor das Abendessen beginnt wissen was sie einkaufen wollen, ist Spanien ein gutes Land. Die Geschäfte haben bis 21 Uhr offen, sogar am Samstag. Jedoch halten fast alle Siesta, was von 14 – 17 Uhr stattfindet. Auch die Essenszeiten waren eine Umstellung für mich. Vor 15 Uhr isst hier keiner sein Mittagessen, dafür isst man dann erst spät abends (bis zu 23 Uhr) und geht prinzipiell immer nach Mitternacht schlafen. Die Diskos sind erst ab 2 Uhr nachts voll, deshalb kann es leicht passieren, dass man erst in der Morgendämmerung wieder herauskommt.

Punkt 9: Die Sehenswürdigkeiten. Barcelona ist die richtige Stadt für Künstler, Kulturinteressierte oder für Touristen im Allgemeinen. Von Gaudí findet man an fast jedem Eck der Stadt eine künstlerische Hinterlassenschaft. Doch mein absoluter Favorit ist die Boqueria. Dieser riesige Markt ist zwar voll mit Touristen, doch auch die Einheimischen gehen dort einkaufen. Von frischem Fisch (Tintenfische, die sich noch bewegen…) bis zu exotischen Gewürzen und Gemüse findet man dort alles. Sogar Schwarzbrot (zur Freude meinerseits). Ich bin ein großer Fan davon und auch die Preise sind für frisches und auch qualitativ hochwertiges Fleisch sehr in Ordnung.

Punkt 10: Das Feeling. Barcelona hat sein eigenes Flair. Das erkennt man am gleich ersten Tag! Für mich ist es eine Großstadt, die alles zu bieten hat. Vom Strand bis zu den Bergen, man erreicht beides mit nur wenig Zeitaufwand. Ich habe mich in diese Stadt verliebt, das kann ich nach 5 Wochen hier wirklich behaupten. Man kann hier alles erleben, man lernt so viele tolle Menschen kennen und vor allem eine andere Kultur. Alles in allem, eine riesengroße Erfahrung für mich, die ich nicht missen möchte!

Birgit Fauland ist Studierende der Pädagogischen Hochschule Steiermark. Sie absolviert eine Erasmus-Auslandssemester an der Universitat de Barcelona in Spanien.

Weitere Informationen

Erasmus Auslandsstudium
http://phst.at/internationales/studieren-im-ausland-outgoings/erasmus-studierendenmobilitaet/

Universitat de Barcelona
http://www.ub.edu/web/ub/ca/

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