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Erfahrungsbericht Erasmus+ – Auslandssemester in Köln

Zeitraum: 1. April 2026 bis 31. August 2026
Gasthochschule: Universität zu Köln

1. Universität und Studium

Von 1. April bis 31. August 2026 absolvierte ich im Rahmen des Erasmus+-Programms ein Auslandssemester an der Universität zu Köln. Die Universität zu Köln ist eine große und vielfältige Universität, deren Studienangebot sich auf insgesamt sechs Fakultäten verteilt. Dazu gehören unter anderem die Humanwissenschaftliche Fakultät und die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, an denen ich während meines Aufenthalts hauptsächlich Lehrveranstaltungen besuchte. Da ich Lehramt studiere, konnte ich in Köln Lehrveranstaltungen aus unterschiedlichen Bereichen besuchen und dadurch auch Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Studium in Österreich und Deutschland kennenlernen. Besonders interessant war für mich, einen Einblick in die Organisation und Arbeitsweise einer anderen Universität sowie in die dortige Lehrkräfteausbildung zu erhalten.

Von mir besuchte Lehrveranstaltungen:

  • Unterricht als empirischer Forschungsgegenstand
  • SE Sonderpädagogische Grundlagen mit dem Schwerpunkt Teilleistungsstörungen
  • VO Sonderpädagogische Grundlagen
  • Solidarisches Wirtschaften in der pluralen Krise
  • Politische Ökonomie im Zeitalter der Globalisierung – Bildungsanlässe und -perspektiven
  • Forschungsfragen und -methoden der Geographiedidaktik
  • Humangeographische Gesellschafts-Umweltforschung
  • Forschungsmethoden Innovation und Profession
  • Modulabschlussprüfung Innovation und Profession

Die Universität und insbesondere die beiden von mir hauptsächlich besuchten Fakultäten boten mir dabei ein interessantes neues Studienumfeld. Gleichzeitig musste ich mich zu Beginn an andere organisatorische Abläufe und Strukturen gewöhnen. Gerade diese Erfahrung war jedoch ein wichtiger Bestandteil meines Auslandssemesters und hat mir gezeigt, wie Studium und Lehrkräfteausbildung außerhalb Österreichs organisiert werden können.

2. Schulpraxis und Einblick in das deutsche Schulsystem

Eine reguläre Schulpraxis war während meines Erasmus-Aufenthalts nicht vorgesehen. Im Rahmen einer meiner Lehrveranstaltungen hatte ich allerdings die Möglichkeit, für eine Unterrichtsstunde ein Gymnasium zu besuchen. Dort führte ich gemeinsam mit anderen Studierenden eine Unterrichtsstunde im Team-Teaching durch. Obwohl es sich nur um einen kurzen Einblick handelte, war diese Erfahrung für mich besonders interessant. Dadurch konnte ich nicht nur das universitäre System in Deutschland kennenlernen, sondern zumindest für kurze Zeit auch einen Einblick in eine deutsche Schule erhalten. Für mich als zukünftige Lehrkraft war vor allem interessant zu sehen, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es hinsichtlich Unterricht, Schulalltag und Rahmenbedingungen gibt.

3. Unterkunft

Während meines gesamten Aufenthalts wohnte ich in einem privaten Wohnheim einer Möbelfachschule direkt neben der Universität zu Köln. Dort können Studierende möblierte Zimmer für ein oder mehrere Semester mieten. Die Lage war für mich besonders praktisch, da ich die Universität innerhalb kürzester Zeit erreichen konnte. Auch finanziell war die Unterkunft für Kölner Verhältnisse sehr attraktiv. Ein großer Vorteil war außerdem, dass in der Miete bereits Frühstück, Mittagessen und Abendessen inkludiert waren. Dadurch musste ich mich im Alltag kaum um Verpflegung kümmern und konnte meine Zeit für das Studium und verschiedene Freizeitaktivitäten nutzen. Insgesamt war ich mit meiner Unterkunft daher sehr zufrieden.

4. Köln und Umgebung

Köln selbst war für mich ein sehr interessanter Ort für ein Auslandssemester. Die Stadt liegt direkt am Rhein und zählt mit rund 1,1 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern zu den größten Städten Deutschlands. Gleichzeitig blickt Köln auf eine mehr als 2.000-jährige Geschichte zurück. Die Ursprünge der Stadt reichen bis in die Römerzeit zurück; im Jahr 50 n. Chr. erhielt die damalige Colonia Claudia Ara Agrippinensium römisches Stadtrecht. Heute prägen insbesondere der Rhein und der Kölner Dom das Stadtbild.

Während meines Aufenthalts versuchte ich, nicht nur die Universität, sondern auch Köln selbst und die Umgebung möglichst intensiv kennenzulernen. Besonders die zentrale Lage Kölns und die guten, aber oftmals frustrierenden Zugverbindungen ermöglichten es mir, zahlreiche Tages- und Wochenendausflüge zu unternehmen. So besuchte ich während meines Erasmus-Semesters unter anderem Aachen, Mönchengladbach, Maastricht, Bonn, Amsterdam und Koblenz. Außerdem unternahm ich Ausflüge in den Nationalpark Eifel und nach Monschau. Ein weiteres Ziel war der Drachenfels, den ich gemeinsam mit der Drachenfelsbahn und der dortigen Burg besuchte. Dadurch lernte ich neben Köln auch unterschiedliche Städte und Landschaften in Deutschland sowie mit Maastricht und Amsterdam auch Orte in den benachbarten Niederlanden kennen.

5. Sport und Freizeit

Ein wichtiger Teil meines Aufenthalts war für mich der Sport. Vor allem von April bis Mitte Mai versuchte ich, neben dem Studium möglichst viele Fußballspiele zu besuchen, da ich ein bekennender Fan des Sports aber auch selbst spielender Fußballer bin. Dabei ging es mir nicht nur um den Fußball selbst, sondern auch darum, unterschiedliche Städte, Stadien und Fankulturen kennenzulernen. Während dieser Zeit besuchte ich Fußballspiele in Aachen, Mönchengladbach, Leverkusen, Dortmund und Düsseldorf. In Köln selbst besuchte ich Spiele des 1. FC Köln, von Viktoria Köln und Fortuna Köln. Dadurch konnte ich innerhalb relativ kurzer Zeit sehr unterschiedliche Vereine, Menschen und Stadien kennenlernen. Gerade aufgrund der hohen Dichte an Fußballvereinen in Nordrhein-Westfalen war Köln für dieses Interesse ein idealer Ausgangspunkt. Neben dem Fußball besuchte ich auch ein Eishockeyspiel der Kölner Haie gegen die Eisbären Berlin in der LANXESS-arena (18.000 Plätze bei einem Eishockeyspiel). Auch dies war für mich eine besondere Erfahrung, da ich dadurch eine weitere in Köln stark vertretene Sportart und die Atmosphäre bei einem großen Eishockeyspiel erleben konnte.

Sport spielte außerdem eine wichtige Rolle dabei, neue Menschen kennenzulernen. Über den Universitätssport nahm ich selbst an sportlichen Aktivitäten teil und konnte dadurch einige neue Freundschaften schließen. Besonders hilfreich war dabei, dass man über gemeinsame Interessen schnell mit anderen Studierenden in Kontakt kam. Dadurch entstanden Kontakte, die über die einzelnen Sporteinheiten hinausgingen und meinen Aufenthalt in Köln wesentlich bereichert haben.

6. Akademische, kulturelle und soziale Bewertung

Akademisch war mein Erasmus-Aufenthalt vor allem deshalb wertvoll, weil ich eine andere Universität und ein anderes Hochschulsystem kennenlernen konnte. Die Lehrveranstaltungen an der Universität zu Köln ermöglichten mir neue fachliche und didaktische Perspektiven. Besonders im Hinblick auf mein Lehramtsstudium war es interessant, die Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte in einem anderen Land zu erleben.

Kulturell konnte ich während der fünf Monate sehr viele neue Eindrücke sammeln. Dazu trugen nicht nur Köln selbst, sondern insbesondere meine zahlreichen Reisen und Ausflüge bei. Durch die Besuche verschiedener Städte, Fußballstadien, kultureller Sehenswürdigkeiten und Naturräume lernte ich die Region weit über meinen eigentlichen Studienort hinaus kennen.

Sozial war der Aufenthalt ebenfalls eine sehr positive Erfahrung. Besonders durch den Universitätssport konnte ich Menschen mit ähnlichen Interessen kennenlernen und neue Freundschaften schließen. Die neuen Kontakte waren für mich ein wichtiger Bestandteil des Erasmus-Semesters und sorgten dafür, dass Köln für diese fünf Monate nicht nur ein Studienort, sondern auch ein kurzfristiges Zuhause wurde.

7. Erfahrungen, die ohne den Auslandsaufenthalt nicht möglich gewesen wären

Durch mein Erasmus-Semester habe ich Erfahrungen gesammelt, die ich in dieser Form ohne einen längeren Auslandsaufenthalt wahrscheinlich nicht gemacht hätte. Dazu zählt insbesondere die Möglichkeit, über mehrere Monate an einer deutschen Universität zu studieren und deren Strukturen und Lehrveranstaltungen kennenzulernen. Auch der kurze Einblick in ein deutsches Gymnasium und das Team-Teaching waren für mich als Lehramtsstudent interessant. Gleichzeitig musste ich meinen Alltag in einer neuen Stadt selbstständig organisieren, mich an neue Abläufe gewöhnen und neue soziale Kontakte aufbauen.

Ein besonders wichtiger Aspekt war für mich die Kombination aus Studium und Freizeit. Durch die vielen Ausflüge, Sportveranstaltungen und neuen Bekanntschaften konnte ich das Leben in Deutschland nicht nur aus der Perspektive eines Touristen kennenlernen, sondern tatsächlich für mehrere Monate vor Ort erleben.

8. Bedeutung für meine zukünftige Tätigkeit als Lehrer

Ich denke, dass mir der Auslandsaufenthalt auch für meine zukünftige Arbeit als Lehrer zugutekommen wird. Einerseits konnte ich fachliche und didaktische Erfahrungen sammeln und einen Einblick in ein anderes Bildungs- und Hochschulsystem erhalten. Andererseits waren auch die persönlichen und sozialen Erfahrungen sehr wertvoll. Als Lehrkraft wird man immer wieder mit unterschiedlichen Menschen, Sichtweisen und Erfahrungen konfrontiert. Ein längerer Aufenthalt in einem anderen Land hilft dabei, die eigene Perspektive zu erweitern und gewohnte Strukturen stärker zu hinterfragen. Gleichzeitig habe ich erlebt, wie wichtig Offenheit und Eigeninitiative sind, wenn man sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden und neue Kontakte aufbauen möchte. Gerade diese Erfahrungen möchte ich später auch meinen Schülerinnen und Schülern vermitteln. Ein Auslandsaufenthalt bietet die Möglichkeit, nicht nur fachlich, sondern auch persönlich sehr viel zu lernen.

9. Persönliche Entwicklung und Fazit

Mein Erasmus-Semester in Köln war sowohl akademisch als auch persönlich eine sehr bereichernde Erfahrung. Die fünf Monate haben mir gezeigt, wie es ist, für einen längeren Zeitraum in einer anderen Stadt und in einem anderen Land zu leben und zu studieren. Obwohl Deutschland und Österreich kulturell und sprachlich sehr ähnlich sind, gab es dennoch zahlreiche neue Eindrücke und Unterschiede zu entdecken. Vor allem die neuen Kontakte, das Studium an der Universität zu Köln, die sportlichen Aktivitäten und meine zahlreichen Reisen haben den Aufenthalt geprägt. Ich habe versucht, die begrenzte Zeit möglichst intensiv zu nutzen und neben dem Studium möglichst viel von Köln und der Umgebung zu sehen.

Rückblickend war die Entscheidung für ein Erasmus-Semester in Köln für mich daher definitiv die richtige. Ich konnte eine andere Universität und zumindest kurzzeitig auch eine Schule in einem anderen Land kennenlernen, neue Freundschaften schließen, zahlreiche Orte bereisen und viele Erfahrungen sammeln. Besonders die Kombination aus Studium, Sport, Reisen und neuen sozialen Kontakten machte die fünf Monate zu einer sehr abwechslungsreichen und schönen Zeit. Die Erfahrungen und Kontakte aus meinem Erasmus-Semester werde ich daher sowohl persönlich als auch für meine zukünftige Tätigkeit als Lehrer mitnehmen.

Text und Fotos: Lukas Schmelzer