Ein Monat Antalya – mein Erasmus+ Praktikum in der Türkei




Land/Stadt: Türkei, Antalya
Aufenthaltszeitraum: 1.8.–30.8.2026
1. Vorbereitung und Anreise
Letzten Sommer habe ich in Wien einen Bekannten aus Antalya kennengelernt, der sehr von seiner Heimat geschwärmt hat. Ich war noch nie in der Türkei und dachte mir: Warum nicht? Die Landschaft hat mich interessiert und auch über das türkische Bildungssystem wusste ich bisher relativ wenig. Daher fand ich es spannend, selbst Erfahrungen zu sammeln und einen Einblick zu bekommen.
Mein Bekannter Mehmet hat mir schließlich eine Sommerschule vermittelt, bei der ich mein Praktikum absolvieren durfte. Ich bin sehr froh über seine Hilfe, da es tatsächlich gar nicht so einfach war, im Sommer eine Schule zu finden, die Praktikantinnen und Praktikanten aufnimmt. Mein Tipp für zukünftige Erasmus-Teilnehmende: Private Schulen haben im Sommer häufig geöffnet und bieten daher gute Möglichkeiten für ein Praktikum.
2. Die Schule
Ich war in einer Vorschulklasse mit Kindern im Alter von 5 bis 6 Jahren. In der Klasse waren zwölf Kinder und meistens waren zwei Lehrpersonen gleichzeitig anwesend.
Was soll ich sagen – ich habe die Zeit dort geliebt. Die Kinder waren unglaublich höflich und respektvoll und die Lehrkräfte hatten trotz des Arbeitsalltags immer eine positive und fröhliche Atmosphäre. Die Schule hat mir pädagogisch sehr gut gefallen und ich dachte mir mehrmals: So eine Schule hätte ich auch gerne hier in Österreich.
Besonders schön fand ich den wertschätzenden Umgang mit den Kindern und die Möglichkeit, selbst aktiv mitzuarbeiten. Ich durfte unter anderem Deutsch unterrichten, Yoga mit den Kindern machen, spielen und verschiedene Aktivitäten im Schulalltag begleiten.
3. Alltag, Freizeit und Kultur
Der August ist in Antalya natürlich sehr heiß. Zu Beginn hatte ich mit Temperaturen von über 40 Grad zu kämpfen und brauchte etwas Zeit, um mich daran zu gewöhnen.
Wenn man die erste Zeit überstanden hat, fühlt es sich jedoch wie ein kleines Paradies an: überall Palmen, das dunkelblaue Meer und – für mich besonders schön – unglaublich viele Katzen.
Ich hatte eine tolle Unterkunft und durfte während meines Aufenthalts sehr viele liebe Menschen kennenlernen und in mein Herz schließen. Neben meinem Praktikum habe ich die Stadt erkundet, die türkische Kultur kennengelernt und natürlich auch das Nachtleben in vollen Zügen genossen.
4. Fazit und persönliche Weiterentwicklung
Was für ein schönes Abenteuer!
Die herzliche Kultur, die Landschaft und vor allem die Begegnungen mit den Kindern und den Menschen vor Ort nehme ich aus dieser Zeit mit. Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung und würde am liebsten wiederkommen.
Auch für meinen zukünftigen Beruf konnte ich einiges mitnehmen. Besonders wichtig wurde für mich die Erkenntnis, Kindern auf Augenhöhe zu begegnen und ihnen manchmal auch mehr Zeit zu geben. Oft können Kinder viel mehr, als man ihnen zunächst zutraut. Vertrauen ist für mich daher eines der wichtigsten Wörter, die ich aus dieser Erfahrung mitnehme.
Die Zeit in Antalya hat mir nicht nur einen Einblick in eine andere Kultur und ein anderes Bildungssystem gegeben, sondern mir auch gezeigt, wie sehr mir das Unterrichten und die Arbeit mit Kindern Freude bereiten. Ich hoffe sehr, dass dies nicht mein letzter Aufenthalt in der Türkei war – und vertraue darauf, dass ich wieder zurückkommen werde.
Text und Fotos von Alissa Kränke
