Wintersemester 2025/26 in Valencia
Mein Erasmus-Aufenthalt im Wintersemester 2025/26 in Valencia war mit Abstand die tollste und prägendste Zeit meines bisherigen Lebens. Die Entscheidung, alleine ins Ausland zu gehen, war rückblickend eine der besten, die ich je getroffen habe.
Die Stadt Valencia
Valencia war für mich die perfekte Wahl für meinen Erasmus-Aufenthalt. Die Stadt bietet eine einzigartige Kombination aus Meer, Kultur, Parks, beeindruckender Architektur und einem vielfältigen Freizeitangebot. Trotz ihrer Größe wirkt sie nie überfordernd – sie ist lebendig, aber gleichzeitig entspannt. Genau diese Balance hat mir besonders gefallen.
Ein weiterer großer Vorteil ist die Möglichkeit, von Valencia aus sehr günstig zu reisen. Während meines Aufenthalts konnte ich viele Orte entdecken, darunter Andalusien, Mallorca, Gran Canaria, Marokko, Portugal sowie spanische Städte wie Barcelona, Madrid, Toledo, Alicante, Altea und Peñíscola. Diese Reisen – sowohl organisiert als auch privat mit Freunden – haben meinen Aufenthalt zusätzlich bereichert. Ich empfehle, den Erasmus-Instagram-Seiten @erasmuslifevalencia sowie @happyerasmusvalencia zu folgen, da dort regelmäßig Ausflüge, Events und Aktivitäten organisiert werden und zudem viele hilfreiche Tipps rund um das Leben in Valencia geteilt werden.



Die Universität
Ich studierte an der UCV (Universidad Católica de Valencia), einer sehr gut organisierten und modernen Universität mit ansprechenden Gebäuden und einem vielfältigen Angebot. Besonders positiv hervorzuheben ist die angenehme Lernatmosphäre sowie das engagierte Lehrpersonal. Die Kurse, die ich belegen durfte, waren durchwegs interessant und praxisnah gestaltet. Vor allem der Spanischkurs hat mir enorm geholfen, meine Sprachkenntnisse deutlich zu verbessern und mich im Alltag sicherer zu bewegen.
Ein kleiner Nachteil war, dass ich zweimal pro Woche etwa eine Stunde mit der Metro zu einem anderen Standort für mein Volksschullehramtsstudium fahren musste. Dennoch war dieser organisatorische Aufwand insgesamt gut zu bewältigen.
Schulpraktikum
Ein besonderes Highlight meines Aufenthalts war das Praktikum am Colegio Pureza de María. Dort erhielt ich einen wertvollen Einblick in das spanische Schulsystem, welches sich in einigen Punkten deutlich vom österreichischen unterscheidet. Diese Erfahrung war äußerst bereichernd, da ich nicht nur neue didaktische Ansätze kennenlernen konnte, sondern auch meine interkulturellen Kompetenzen erweitern konnte. Besonders spannend war es, den Schulalltag aus einer anderen Perspektive zu erleben und aktiv daran teilzunehmen.
Unterkunft
Gewohnt habe ich im Stadtviertel Camins al Grau, welches für mich persönlich die perfekte Lage bot. Es liegt sowohl in der Nähe des Meeres als auch relativ zentral zur Innenstadt. Meine Unterkunft habe ich über „Rooms4Valencia“ gefunden, wo ich ein Zimmer in einer 4er-WG gemietet habe. Insgesamt war ich mit der Wohnung und der Organisation sehr zufrieden.
Die Altstadt, in der ein Teil meiner Kurse stattfand, war zwar etwas weiter entfernt, doch ich habe den Weg dorthin immer sehr genossen. Für mich war die Altstadt der mit Abstand schönste Teil Valencias, und ich war dankbar, aufgrund meiner Uni-Kurse, dort regelmäßig Zeit verbringen zu können.


Persönliche und fachliche Entwicklung
Der Erasmus-Aufenthalt hat mich sowohl akademisch als auch persönlich enorm weitergebracht. Ich habe nicht nur neue fachliche Inhalte gelernt, sondern vor allem wertvolle interkulturelle Erfahrungen gesammelt. Besonders im sozialen Bereich konnte ich mich stark weiterentwickeln: Ich habe viele neue Menschen kennengelernt – von flüchtigen Bekanntschaften bis hin zu echten Freundschaften fürs Leben.
Ohne diesen Auslandsaufenthalt hätte ich viele dieser Erfahrungen nicht machen können. Ich habe gelernt, selbstständiger zu sein, mich in neuen Situationen zurechtzufinden und offener auf Menschen zuzugehen.
Für meinen zukünftigen Beruf als Lehrerin ist dieser Aufenthalt definitiv von großem Vorteil. Ich konnte nicht nur mein Spanisch verbessern, sondern auch neue pädagogische Perspektiven kennenlernen, die ich später in meinem eigenen Unterricht einbringen kann.
Auch meine Persönlichkeit hat sich durch diese Zeit verändert. Ich bin selbstbewusster, offener und mutiger geworden. Vor allem habe ich gelernt, Chancen zu ergreifen und keine Angst vor neuen Herausforderungen zu haben.


Fazit und ein kleiner Tipp
Abschließend kann ich sagen, dass mein Erasmus-Aufenthalt in Valencia eine unvergessliche Erfahrung war, die mich nachhaltig geprägt hat. Ich bin unglaublich dankbar für diese Möglichkeit.
Mein persönlicher Tipp an alle, die überlegen, einen Auslandsaufenthalt zu machen: Habt keine Angst – vor allem nicht davor, es alleine zu tun. Ihr werdet so viele neue Menschen kennenlernen und Erfahrungen machen, die euch ein Leben lang begleiten werden. Lasst euch von niemandem davon abhalten, diesen Schritt zu gehen – es lohnt sich in jeder Hinsicht.

Photos & Text: Lea Pogatetz
